Die Initiative kam von dem N-VA-Abgeordneten Peter Buysrogge, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses. Unterstützt wurde der Vorschlag von der Mehrheit sowie von Open VLD und Vlaams Belang. Die Oppositionsparteien wie PS, PVDA/PTB und Ecolo-Groen stimmten dagegen.
Mit dem Gesetz erhält das Verteidigungsministerium Zugriff auf das nationale Register. So kann es gezielt alle Jugendlichen kurz vor ihrem 18. Geburtstag anschreiben. Die Briefe haben rein informativen Charakter: Es besteht keine Pflicht, sich zu bewerben. Wer Interesse zeigt, kann sich in Ruhe informieren, das Auswahlverfahren beginnen – und jederzeit abbrechen. Erst mit Unterzeichnung des Dienstvertrags tritt das Militärstatut in Kraft.
Ab 2026 stehen 500 Plätze für die freiwillige Militärdienstzeit zur Verfügung. Sie dauert zwölf Monate. Buysrogge betonte, dass Belgien angesichts der angespannten geopolitischen Lage dringend zusätzliche Kräfte brauche. „Die internationale Sicherheitslage ist schwierig und bedrohlich. Wir müssen unsere Armee verstärken“, so der N-VA-Politiker.
Heftige Debatte im Parlament
In der Kammer ging es am Donnerstag zeitweise hitzig zu. PVDA-Abgeordneter Nabil Boukili kritisierte, die Föderalregierung wolle Jugendliche aus der Arbeiterklasse „als Kanonenfutter für die Kriege der Reichen“ missbrauchen.
Dagegen wehrte sich Axel Weydts (Vooruit), früher selbst Berufssoldat. Er sprach von mangelndem Respekt gegenüber Soldatinnen und Soldaten, die sich bewusst für diesen Weg entschieden hätten. Weydts berichtete, wie er selbst mit 16 Jahren aus einer schwierigen Familiensituation zum Militär kam – und dort eine neue Perspektive fand. Um das Projekt zu unterstützen, kündigte er an, Ende November in Uniform bei einem Informationstag für interessierte Jugendliche aufzutreten.
Datenschutz und Befristung
Buysrogge sicherte zu, dass die neuen Regeln streng mit dem Datenschutz vereinbar seien. Außerdem ist vorgesehen, die Maßnahme nach sechs Jahren zu überprüfen. Dann soll entschieden werden, ob sie im Licht der internationalen Lage noch notwendig ist. (belga/calü)

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