Der Friedensnobelpreis geht nicht an US-Präsident Donald Trump, sondern an die Politikerin María Corina Machado aus Venezuela. Sie wird damit „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie“ ausgezeichnet, wie das norwegische Nobelkomitee in Oslo verkündete. Die venezolanische Oppositionsführerin Machado gilt als entschiedene Widersacherin des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro.
Wichtigster politischer Preis der Welt
Der Friedensnobelpreis gilt gemeinhin als wichtigste politische Auszeichnung der Erde. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, man möge ihm den Preis zusprechen. Unter anderem vor der UN-Vollversammlung in New York führte er im September an, innerhalb von nur sieben Monaten sieben Kriege beendet zu haben. „Jeder sagt, dass ich den Friedensnobelpreis für jede einzelne dieser Errungenschaften bekommen sollte“, meinte er.
Noch dazu konnte Trump in dieser Woche einen ersten Durchbruch bei den indirekten Verhandlungen zur Beilegung des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas verkünden. Das dürfte ihn in seinen Ambitionen weiter bestärkt haben.
Was gegen Trump sprach
Friedensforscher glaubten vorab nicht an eine Preisvergabe an Trump - auch weil ihrer Ansicht nach keiner der sieben von ihm genannten Konflikte wirklich nachhaltig gelöst worden ist. Auch bei Trumps Plan für Gaza ist trotz des Durchbruchs unklar, ob er dauerhaften Frieden bringen wird.
Watne Frydnes hatte in der Zeitung „Verdens Gang“ durchblicken lassen, dass die Entscheidung zum diesjährigen Preisträger bereits am Montag gefallen sei - mehrere Tage vor Bekanntwerden des Gaza-Deals.
Kritiker halten Trump vor, die regelbasierte internationale Zusammenarbeit auf Basis multilateraler Verträge, Abkommen und Werte zu untergraben. Gegen Trump sprach außerdem die Nominierungsfrist: Die lief Ende Januar ab - zu dem Zeitpunkt war Trump erst elf Tage offiziell im Amt. Dass er rechtzeitig für den diesjährigen Preis nominiert worden ist, ist alles andere als sicher.
Deutlich mehr Nominierte als im Vorjahr
Nach Angaben des Nobelkomitees sind für den Friedensnobelpreis in diesem Jahr 338 Kandidaten nominiert worden, darunter 244 Einzelpersonen und 94 Organisationen. Insgesamt waren das 52 Nominierte mehr als im Vorjahr. Wer dazu gehört und wer den entsprechenden Kandidaten vorgeschlagen hat, wird in der Nobelwelt stets 50 Jahre lang geheim gehalten.
Im vergangenen Jahr war die japanische Friedensorganisation Nihon Hidankyo mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Die Organisation von Überlebenden der Atomwaffenabwürfe auf die Städte Hiroshima und Nagasaki wurde für ihre auf Zeitzeugenaussagen beruhenden Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt geehrt.
Endspurt im Nobelpreis-Reigen
Mit der Kür des Friedensnobelpreisträgers erreicht die Woche der Nobelpreis-Bekanntgaben alljährlich ihren Höhepunkt. In den vergangenen Tagen wurden bereits die Preisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie und Literatur verkündet. Am Montag folgt zum Abschluss noch die Auszeichnung in Wirtschaftswissenschaften. Die Nobelpreise werden traditionell in Stockholm vergeben, die Ausnahme bildet der Friedensnobelpreis in Oslo.
Auch in diesem Jahr sind die Nobelpreise erneut mit elf Millionen schwedischen Kronen pro Kategorie dotiert - umgerechnet entspricht das rund einer Million Euro. Feierlich überreicht werden die prestigeträchtigen Auszeichnungen traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des schwedischen Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896). (dpa/calü)

Kommentare
Glückwunsch Frau Maria Corina Machado.Sie haben sich diesen Preis verdient, für ihren mutigen Kampf für Demokratie und Menschenrechte gegen die sozialistische Diktatur in Venezuela.
Einer Frau den Friedensnobelpreis zu verleihen, die sich unerschrocken gegen das autoritäre Regime und für die Demokratie in ihrem Land einsetzt, kann man auch als Zeichen dafür verstehen, dass ein Präsident, der die Demokratie in seinem Land nachhaltig zu beschädigen und zu untergraben versucht und der sich auf die Seite der Autokraten und Diktatoren dieser Welt stellt - trotz seiner Bemühungen im Nahen Osten - kein würdiger Friedensnobelpreisträger ist.
(Ja, auch die Verleihung des Preises an Obama noch vor seiner Amtszeit - auf Kredit sozusagen - war keine gute Idee).
Kritik an der Politik:
Machtkonzentration und Demokratiedefizit
Einschränkung der Meinungsfreiheit
link-populistisches Gedankengut als Grundlage von politischen Entscheidungen, die Folge ist wirtschaftliche Fehlsteuerung durch Überregulierung und zu starke Bürokratie.
Korruption in den zentralen Entscheidungsorganen
Flüchtlingsproblematik
es gibt ein formal gewähltes Parlament, aber der reelle Einfluss auf die tatsächlichen politischen Entscheidungen ist stark eingeschränkt
..
.....
Verdammt nochmal, jetzt habe ich doch glatt vergessen, worüber ich schreiben wollte, über die EU oder über die Situation in Venezuela.
P.S.:
1. Herzlichste Gratulation an Frau Machado!
2. Trump bekommt evtl. den Preis für den Maulaffen des Jahres. denn wie im Text erwähnt, hat er es womöglich verpennt, sich selber fristgemäß zu nominieren. ;-)
Ja Herr Leonard, Präsident Trump hat aus vielen Gründen kein Anrecht auf diesen Preis.
Aber Friedensnobelpeisträgerin María Corina Machado hat die Auszeichnung dem leidenden Volk Venezuelas gewidmet - sowie Trump.
Und auch das ist Trump zu verdanken: Endlich ist ein bisschen Frieden in Nahost erreicht, das ist besser als das ganze Elend und Chaos in Gaza. Zumindest kommen die Geiseln frei und die Waffen schweigen in Gaza. Auch Dank Präsident Trump! Das einfach mal anzuerkennen, fällt scheinbar vielen in Europa schwer. Auch wenn es Trump um sein Ego geht, who cares? Deutschland und ganz Europa haben nur ihre Hilflosigkeit gezeigt, tatenlos zugesehen. Präsident Trump hat gehandelt.
Das sehe ich ähnlich, Herr Radermacher.
Dass Frau Machado, die seit 2 Jahrzehnten gegen Willkür, Autokratie, für die Demokratie und den Rechtsstaat eintritt, jedoch jemandem den Preis widmet, der sein Land - und sei es mit Rechtsbruch, Erpressung, Lug- und Betrug, ja Gewalt - in genau diese von ihr bekämpfte Richtung drängt, ist schon schizophren.
Ohne Frage, Trump hat sich um den Frieden im Nahen Osten verdient gemacht, wiewohl der Plan, der seinen Namen trägt, auch in großen Zügen schon vorher bestand.
Mit den gleichen Mittel, mit denen er in seinem eigenen Land politische Gegner verfolgt, hat er es geschafft, sowohl Israel als der Hamas einen Ausweg aus einem Krieg, der schon lange ausgekämpft war, aufzudrängen. Weder für Israel noch für die Hamas gab es zu diesem Zeitpunkt noch irgendetwas zu gewinnen. Insofern hat auch der Zeitpunkt Trump in die Karten gespielt.
Meinetwegen sollte man Trump im nächsten Jahr den Friedensnobelpreis mit einer goldenen Schleife überreichen, wenn er es mit den gleichen Mittel schafft, Putin unter Druck zu setzen, seinen Angriffskrieg zu beenden. Dies hätte ja 24 Stunden nach seiner Amtseinführung geschehen sollen.
Über die Motivation von Trump möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht spekulieren. Aber auch Trumps Erfolg im Nahen Osten macht ihn nicht zu einem Humanisten, wie seine Pressesprecherin ihn beschrieb.
Während er sich in Israel feiern lässt, schickt er die Nationalgarde in demokratisch regierte Staaten, lässt politische Gegner und jeden, der ihn kritisiert, verfolgen, spaltet sein Land weiter und hofiert Autokraten und Diktatoren
Auch da… handelt Trump, in seiner Egomanie, seinem unstillbaren Narzissmus, seinem Vergeltungs- und Racheimpuls folgend und auch mit seinem Drang sich durch sein Präsidentenamt zu bereichern.
Alfred Nobel wird sich im Grabe umdrehen, sollte Trump diesen Preis jemals erhalten.
Donald Trump erzählt viel aber er hat es drauf ,andere haben nur Luftblasen und Eigenlob drauf und nebenbei ist er der schützer Europas nicht die Deutschen Russen Unterstützer
"Er hat es drauf."
Ja, er hat es drauf, so wie hier:
"Trump verglich die Hamas-Gewalt dabei mit dem Durchgreifen seiner Sicherheitskräfte in Washington, D.C.
Es seien »sehr, sehr schlimme Banden« gewesen, sagte Trump über die getöteten Palästinenser, »das hat mich überhaupt nicht gestört«. Die Hamas greife hart durch. Sie kümmere sich um ihre Gangs, während andere – wie etwa Venezuela – ihre Banden gen USA schicken würden. Dann erwähnte Trump die US-Hauptstadt, in der man Probleme auch lieber daheim löse, ganz so wie die Hamas." (Spon 15.10.)
Der oberste Repräsentant eines Staates, der sich doch wohl als Rechtsstaat begreift, applaudiert, wenn Killerbanden ihre Gegner per Lynchjustiz hinrichten!
Tiefer kann man wohl nicht mehr sinken.
Der Herr Schmetz findet das wohl ganz in Ordnung?
Das sollte man bei uns auch so machen? Statt "Luftblasen und Eigenlob.."
Festnehmen, hinknien lassen und peng! Ein Schuss ins Genick und Ordnung herrscht.
A propos Eigenlob, da ist unser Friedensbringer doch selber der unübertroffene Meister. Keine Rede, egal wo, ohne Selbstbeweihräuscherrung geht da nichts. Letztes Beispiel: Friedensnobelpreis..
Leider hat Herr Schmetz bis jetzt nicht erläutert, wie er das genau meint mit dem "Draufhaben".
Aber vielleicht kommt da ja noch was.
Zum Thema des Artikels:
Dass Frau Machado in dem von Ihnen beschriebenen Kontext Domald Trump ihren Friedensnobelpreis gewidmet hat, mutet sehr seltsam an.
Eigentlich entwertet das diesen Preis. Es ist wie mit einem Geschenk, das ich bekomme und sofort nach der Überreichung an einen anderen durchreiche.
Wie Trump und seine Regierung es mit dem fundamentalen Recht der Pressefreiheit halten, gibt es ein neues Beispiel:
"Journalisten verlassen Pentagon wegen neuer Berichterstattungsregeln
Die US-Regierung will die Arbeit von Journalisten im Pentagon kontrollieren. Mehr als 40 Journalisten weigern sich, die Verordnung anzuerkennen und räumen ihre Büros." (ZON 16.10.)
Ein weiteres Steinchen auf dem Weg in die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit durch Zensur und Schikanen. Zum Glück regt sich dann doch ein zaghafter Widerstand. Bezeichnend: Sogar FOX ist dabei.
Zu Gaza: In Israel werden Planspiele laut, wegen der toten Geiseln, die noch nicht überführt wurden, den Krieg in Gaza wieder aufzunehmen. Also neue Tote zu verursachen, um Tote zu bergen?
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