Brüsseler kaufen lieber Wohnungen in der Stadt – Häuser eher außerhalb
Immobilien
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Immer mehr Brüsseler entscheiden sich beim Hauskauf für ein Leben außerhalb der Hauptstadt. Das zeigt der jüngste Immobilienbarometer der Föderation des Notariats (Fednot). Wer hingegen in eine Wohnung investiert, bleibt meist in Brüssel – sei es als Hauptwohnsitz, Zweitwohnung oder Mietobjekt.
Viele Brüsseler zieht es beim Hauskauf in die Peripherie – wo mehr Platz und günstigere Preise locken.
| Foto: belga
Im Jahr 2024 lag der Anteil der Brüsseler, die ein Haus außerhalb der Region kauften, bei 66,6 Prozent. Umgekehrt gingen 85,7 Prozent der in Brüssel verkauften Häuser an Einwohner der Hauptstadt. Bei Wohnungen zeigt sich ein gegenteiliger Trend: 87,2 Prozent der Käufer bleiben in Brüssel, das damit 77,5 Prozent des gesamten Wohnungsmarktes vereint.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich beim Preis: Brüsseler zahlen in der Hauptstadt weniger für ein Haus als Käufer von außerhalb. Zugleich sinkt der Anteil der Bewohner aus der Peripherie, die in der Hauptstadt investieren – von 12 Prozent im Jahr 2019 auf 10,4 Prozent im Jahr 2024.
Nur ein Drittel der Brüsseler Hauskäufer (33,5 %) erwirbt eine Immobilie innerhalb der Hauptstadt – im Durchschnitt zu einem Preis von 568.732 Euro. Mehr als ein Drittel (36,9 %) zieht weiter hinaus, 19,3 % entscheiden sich für die flämische Peripherie, 5,8 % für die wallonische und 4,6 % für Gemeinden mit Sprachenregelung.
„Größere und günstigere Häuser in der Peripherie sind ein wichtiger Grund für den Wegzug aus Brüssel“, erklärt Jean Martroye, Notar und Sprecher von notaire.be.
Anders sieht es bei den Wohnungskäufern aus: 87,2 Prozent von ihnen bleiben in den 19 Brüsseler Gemeinden – bei einem Durchschnittspreis von 294.289 Euro. Nur 7,5 Prozent zieht es über die nahe Peripherie hinaus.
Interessant ist auch der Preisvergleich: In der flämischen Peripherie und in den Gemeinden mit Sprachenregelung zahlen Brüsseler weniger als Käufer von außerhalb, in der wallonischen Peripherie jedoch mehr. Besonders stark vertreten sind Brüsseler Käufer in Drogenbos (69,4 %), Linkebeek (64,4 %), Kraainem (56,9 %) und Wezembeek-Oppem (52,7 %).
Im wallonischen Brabant liegt Tubize an der Spitze: Dort stammen 35 Prozent der Käufer aus Brüssel, gefolgt von Waterloo (34,5 %) und Rixensart (32,4 %). Das Schlusslicht bildet Rebecq mit nur 22,3 Prozent.
Zudem zeigt die Fednot-Studie einen demografischen Wandel: Die Käufer aus der Hauptstadt werden älter. 2024 betrug ihr Durchschnittsalter beim Hauskauf 39 Jahre in der flämischen Peripherie, 41 Jahre in der wallonischen und 40 Jahre in Brüssel. Bei Wohnungskäufen lag das Durchschnittsalter bei 40 Jahren in der Hauptstadt und 45 Jahren in der wallonischen Peripherie. (belga/rt)
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