Außenminister Maxime Prévot sichert Belgiern in Gaza-Flottille Unterstützung zu

<p>Israelische Soldaten auf einem Boot der Flottille</p>
Israelische Soldaten auf einem Boot der Flottille | Foto: Uncredited/Global Sumud Flottilla/AP/dpa

Israel hat seit Mittwochabend einen Teil der Schiffe gestoppt. Das israelische Außenministerium erklärte, die Passagiere würden in einen israelischen Hafen gebracht. Unter den Festgenommenen war auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg.

Unterdessen sind auf der offiziellen Website der Hilfsflotte Videos von vier Belgiern veröffentlicht worden, etwa von den belgischen Künstlern Navid Lari und Saddie Choua. „Wenn Sie dieses Video sehen, bin ich entführt worden und werde gegen meinen Willen nach Israel gebracht“, sagen die Aktivisten in identischen Botschaften. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass auch der Menschenrechtsanwalt Alexis Deswaef und die Brüsseler Aktivistin Latifa Gharbaoui festgenommen wurden. Auch die Irin Catríona Graham, die seit 2018 in Belgien lebt, ist unter den Festgesetzten. Darüber hinaus seien auch Crewmitglieder mit belgischer Staatsangehörigkeit auf einem Begleitschiff von Israel abgefangen worden. Das Schicksal der drei weiteren belgischen Teilnehmer ist ungewiss. Es herrscht zudem Unklarheit darüber, wie viele Schiffe noch nicht abgefangen wurden, der Kontakt ist abgebrochen. Die Aktivisten werfen ihre Telefone ins Wasser, sobald sie von Israel gestoppt werden, erklärt der belgische Sprecher.

Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hatte bereits am Mittwochabend erklärt, dass seine Dienste für konsularische Unterstützung mobilisiert worden seien. „Ich fordere die israelische Regierung auf, das Völkerrecht zu respektieren, einschließlich des Seerechts“, betonte er. „Wir haben mit den diplomatischen Diensten versucht, Kontakt zu den belgischen Teilnehmern der Flottille aufzunehmen“, erklärte das Kabinett des Ministers am Donnerstagmorgen. Mit den Festgenommenen sei dies bisher jedoch nicht gelungen, hieß es weiter. Das Außenministerium steht jedoch in Kontakt mit Vertretern der Flottille in Belgien. „Wir haben gestern zusammen mit ihnen geprüft, welche Optionen bestehen“, hieß es. Die festgenommenen Belgier würden höchstwahrscheinlich in der israelischen Hafenstadt Aschdod an Land gebracht und anschließend in ein Haftzentrum überstellt.

„Sie können mit konsularischer Unterstützung rechnen. Vertreter der belgischen Botschaft in Tel Aviv werden sie besuchen und fragen, wie sie unterstützt werden wollen“, so das Kabinett. Allerdings sei diese Unterstützung nur begrenzt möglich, räumte es ein. „Wir prüfen, welche diplomatischen Optionen wir haben.“ Am Donnerstagnachmittag hatte Prévot zudem die Einbestellung der israelischen Botschafterin in Belgien angeordnet. Das bestätigte sein Kabinett gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.

Rund 4.000 Menschen haben am Donnerstagabend in Brüssel gegen die Abfangaktion demonstriert. (belga/nc)

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