Nach Lesungen in Eupen, St.Vith und Eynatten im Laufe des vergangenen Jahres hatte Rolf Stolz, Initiator für die Zeitschrift, nun eine Lesung in der belgischen Botschaft in Berlin organisiert. Diese fand am 23. September statt und wurde von Alexander Homann vorgestellt. Die Lesung vereinte die Autoren Maryann Becker, Herbert Laschet und Leo Gillessen. Außerdem las Rolf Stolz Texte von Freddy Derwahl, Robert Schaus, Roger Rauw und Suzanne Visé.

Unter den Gästen befanden sich auch Ulrich Grasnick und Almut Armélin. Grasnick, Lyriker mit Wohnsitz in Berlin, leitet seit 1977 verschiedene Lyrikzirkel, unter anderem das Köpenicker Lyrikseminar und die Lesebühne der Kulturen in Adlershof. 2017 lobte er erstmals einen von ihm gestifteten Lyrikpreis aus. Nach der Lesung entwickelte sich ein anregendes Gespräch zwischen Publikum und Dichtern über Sprache, Mehrsprachigkeit und Dichtung. Unter anderem konnte Leo Gillessen die Bedeutung der eingestellten Zeitschrift „Krautgarten“ für die ostbelgische Literatur und die Poesie hervorheben. Er sprach zugleich das Fehlen einer vergleichbaren Anlaufstelle oder eines ähnlichen „Motors“ für die Literatur an. „Die intensiven Gespräche nach der Lesung in der Botschaft zeugen von der Lebendigkeit der Literatur, besonders der Poesie in Ostbelgien. Sie sind ein deutlicher Appell, dem Absterben von Literatur und Kultur insgesamt Einhalt zu gebieten und deren Förderung auszuweiten – für ein klares Ja zur Wichtigkeit von Poesie und Kultur überhaupt“, heißt es in einer Mitteilung zu dieser Veranstaltung. (red/sc)

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