Für die Untersuchung wertete Vias die Aussagen von mehr als 500 Fußgängern sowie Fahrzeugführern aus, die im vergangenen Jahr in insgesamt 777 Vorfälle mit Fußgängern verwickelt waren. Ergebnis: In 47 Prozent der Fälle war der Fußgänger nicht beim Überqueren.
Besonders auffällig: Auch in Fußgängerzonen, wo Menschen eigentlich sicher gehen können sollten, kommt es regelmäßig zu Konflikten mit Zweiradfahrern. „Jeder fünfte Vorfall zwischen einem Fußgänger und einem Radfahrer geschieht in einer Fußgängerzone. Bei E-Scootern ist es sogar jeder zweite“, erklärt Vias. Zwar dürfen Fahrräder und E-Tretroller Fußgängerzonen befahren, aber nur, wenn Verkehrszeichen es erlauben – und dann nur im Schritttempo.
Häufige Unfallursachen sind Unaufmerksamkeit – etwa durch die Nutzung des Handys –, Ablenkung im Gespräch oder schlicht Unkonzentriertheit. Hinzu kommen aggressives Verhalten wie zu schnelles Fahren sowie Verstöße gegen Vorfahrtsregeln.
Das Institut ruft Autofahrer, Radfahrer und E-Scooter-Nutzer dazu auf, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten, das Tempo den Umständen anzupassen und an Zebrastreifen die Vorfahrt zu beachten. Politik und Kommunen fordert Vias zudem auf, Fußgängerzonen „intelligent“ zu gestalten.
Im Jahr 2024 wurden offiziell 4.057 Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt – 15 Prozent weniger als 2015. Besonders häufig betroffen sind Jugendliche unter 17 Jahren und Senioren über 65.
Die Ergebnisse der Studie werden am Donnerstag im Universitätskrankenhaus UZ Brüssel vorgestellt, wo Fachleute auf einem Symposium über die Zukunft der Verkehrssicherheit diskutieren. (belga/rt)

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