Mehr als 40 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Arbeitsverträge ihre Entscheidungen in Sicherheitsfragen beeinflussen. 35 bis 45 Prozent verschweigen Übermüdung oder gesundheitliche Probleme aus Angst um ihre Karriere. Und über 10 Prozent räumten offen ein, sicherheitsrelevante Vorfälle überhaupt nicht zu melden. „Diese Entwicklung hat unmittelbare Folgen für die Sicherheitskultur im Luftverkehr“, warnen die Forscher.
Die Untersuchung knüpft an eine erste Studie aus dem Jahr 2015 an und basiert auf den Antworten von über 7.000 Piloten und Kabinenmitgliedern bei mehr als 100 europäischen Fluggesellschaften. Das Ergebnis: Unsicherheit, Stress und Erschöpfung sind inzwischen strukturelle Probleme – und längst nicht mehr nur ein Phänomen von Billigairlines. Auch Mitarbeitende großer Netzwerkgesellschaften berichten von wachsender Belastung und sinkendem Wohlbefinden.
Besonders problematisch sind atypische Beschäftigungsformen. Laut Studie arbeiten 10,3 Prozent des europäischen Flugpersonals unter solchen Bedingungen – darunter fast 6 Prozent als „Selbständige“, oft in einem Modell, das faktisch einer Scheinselbstständigkeit gleichkommt. Vor allem bei Wet-Lease-Konstruktionen, bei denen Airlines Flugzeuge samt Crew von anderen Anbietern mieten, ist häufig unklar, wer rechtlich als Arbeitgeber gilt und welche Vorschriften greifen. Das sorgt für zusätzliche Unsicherheit und schwächt den Schutz der Beschäftigten.

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