Aktuell leben 11,5 Prozent der Belgier unter der Armutsgrenze, die bei 60 Prozent des mittleren Einkommens gezogen wird. Für einen Alleinstehenden bedeutet das ein monatliches Nettoeinkommen von 1.520 Euro, für ein Paar mit zwei Kindern rund 3.191 Euro, erklärt Ministeriumssprecher Jeroen Horemans.
Im europäischen Vergleich steht Belgien damit recht gut da: Durchschnittlich sind 16,2 Prozent der Menschen in der EU armutsgefährdet. Nur Tschechien schneidet mit 9,5 Prozent besser ab. Zum Vergleich: Noch 2019 lag die Armutsquote in Belgien bei 14,8 Prozent – über ein Jahrzehnt hinweg bewegte sie sich stets in diesem Bereich. „Wir können durchaus sagen, dass die Politik der letzten Regierung Wirkung gezeigt hat“, betont Expertin Natascha Van Mechelen. Vor allem höhere Sozialleistungen und Mindestlöhne – über die bloße Indexierung hinaus – hätten hier eine entscheidende Rolle gespielt.
Ein anderes Kapitel des Berichts zeigt jedoch eine Schattenseite: In 11,3 Prozent der belgischen Haushalte wird weniger als 20 Prozent gearbeitet – also kaum oder gar nicht. Im europäischen Schnitt betrifft das nur 7,9 Prozent der Familien. Damit ist Belgien Schlusslicht in Europa. (belga/calü)

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