Die Grünen haben ihren Spitzenposten im Aachener Rathaus verloren. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen kam bei der Stichwahl nur auf 44 Prozent der Stimmen. Ihr Herausforderer von der CDU, Michael Ziemons, erreichte 56 Prozent und wird die Stadt künftig führen.
Mit der parteilosen Keupen hatte 2020 erstmals eine Kandidatin der Grünen den Chefsessel im Aachener Rathaus erobert. Die Diplom-Pädagogin war auch die erste Frau auf diesem Posten.
Der 49-jährige Ziemons ist Dezernent für Soziales, Gesundheit und Digitalisierung der Städteregion Aachen. Als OB will er unter anderem für einen „intelligenten Mobilitäts-Mix“ in der Verkehrspolitik sorgen und die Arbeit der Verwaltung durch digitale Prozesse beschleunigen.
In Monschau wurde Carmen Krämer (parteilos/Grüne) wiedergewählt: Sie erhielt 54,63 Prozent der Stimmen. „Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe“, sagte die Wahlsiegerin im Gespräch mit der „Aachener Zeitung“. „Und ich freue mich darauf, dass all die Dinge, die ich in den letzten Wochen zurückstellen musste, angegangen werden können.“ Sie habe Vorschläge aus der Verwaltung wegen der bevorstehenden Stichwahl verschieben müssen, erklärte sie. Ihr gegenüber stand Thomas Kuck (CDU).

Tim Krämer (SPD) ist der neue Bürgermeister in Alsdorf. Er erhielt 51,6 Prozent der Stimmen und setzte sich somit knapp gegen Florian Weynand (CDU) durch. Tim Grüttemeier (CDU) wurde als Aachener Städteregionsrat wiedergewählt.
Schwerer Schlag für die SPD in Nordrhein-Westfalen: Bei den Stichwahlen hat die SPD die seit fast 80 Jahren sozialdemokratisch regierte Ruhrgebietsmetropole Dortmund an die CDU verloren. In der „Herzkammer der Sozialdemokratie“ unterlag SPD-Amtsinhaber Thomas Westphal nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Alexander Omar Kalouti (CDU).
Dagegen konnte die SPD in der Millionenstadt Köln einen Sieg verbuchen. Dort schlug der SPD-Politiker und frühere Sportfunktionär Torsten Burmester die Landtags-Vizepräsidentin Berivan Aymaz von den Grünen. Die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) war nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten.
Die AfD unterlag in Stichwahlen in Duisburg und Gelsenkirchen deutlich gegen die SPD-Kandidaten. Auch in Hagen landete der CDU-Kandidat vor dem AfD-Rivalen. Trotzdem zeigt sich die Partei zufrieden: „Die Tendenz stimmt. Man ist sehr froh, dass man es diesmal noch geschafft hat, mit vereinten Kräften, die AfD zu verhindern“, sagte AfD-Landeschef Martin Vincentz.
Zwei Wochen nach den Kommunalwahlwahlen standen im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands fast 150 Stichwahlen an. In 21 der 23 kreisfreien Städte wurden noch Oberbürgermeister gewählt, in 15 von 31 Kreisen gab es Duelle um Landratsämter. Außerdem wurden in mehr als 100 kreisangehörigen Städten im zweiten Wahlgang Bürgermeister bestimmt.
Im bevölkerungsreichsten Bundesland war die CDU im ersten Wahlgang am 14. September trotz leichter Rückgänge mit 33,3 Prozent der Stimmen klar die stärkste Kraft geblieben. Die AfD hatte laut vorläufigem Landesergebnis ihren Stimmenanteil in Räten und Kreistagen auf 14,5 Prozent fast verdreifacht. In der bundesweit beachteten Wahl landete sie auf dem dritten Platz hinter der SPD, die auf 22,1 Prozent kam.
Die Grünen mussten erhebliche Einbußen hinnehmen und holten 13,5 Prozent nach 20 Prozent bei den Kommunalwahlen 2020. Die Linke kam auf 5,6 Prozent und die FDP auf 3,7 Prozent. (dpa/ab)

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