In der Tat verzeichnet der „Süden“ in den ersten acht Monaten dieses Jahres einen Anstieg von etwas mehr als sechs Prozent im Vergleich zum gesamten Zeitraum des Vorjahres. Wogegen die Mietsteigerungen in Flandern, also im „Norden“, und ebenso in Brüssel mit (knapp) zwei Prozent beinahe schon stagnieren.
Mitverantwortlich für diese eher ungewöhnliche Tendenz sind in den frankophonen Provinzen die beachtlichen Steigerungen von je 6,9 Prozent in Namur und Luxemburg. Zwei Provinzen, die ansonsten nicht zwingend zu den Trendsettern zählen, wogegen das Plus von 8,4 Prozent in Wallonisch-Brabant weniger überraschen dürfte.
Trotzdem… Eine Miete von 1214 € (im Schnitt, wohlgemerkt) zwischen Tubize und Lasne, zwischen Nivelles und Wavre, zwischen Ottignies (Louvain-la-Neuve) und Jodoigne ist ganz schön happig. Wobei vor allem auch die geografische Nähe zu Brüssel letztlich den Preis diktiert. Weshalb etwa in Gemeinden wie Braine-l’Alleud, Waterloo, La Hulpe und Wavre teils noch deutlich mehr gefragt… und gezahlt wird.
In der Provinz Luxemburg werden in der Zwischenzeit auch bereits 870 € aufgerufen, gerade im so genannten „Areler Land“, also in unmittelbarer Nähe zum Großherzogtum, wo ihrerseits Vermieter von Appartements in der Metropolregion Luxemburg-Stadt über die Preise auf der anderen Seite der Grenze nur müde lächeln. Die Waage halten sich die Provinzen Lüttich (plus 4,7 Prozent) und Hennegau (plus 4,6 Prozent) - was Beträgen von 814 und 811 € im Schnitt entspricht.
Lüttich bleibt weiter durchaus preisgünstig
Letztlich ein Preisgefüge, auf das Mieter in Flandern neidvoll blicken. Denn hier ist die Provinz Westflandern mit 856 € am günstigsten (trotz Küstenregion), wogegen in Limburg (902 €), Ostflandern (927 €) und Antwerpen (986 €) deutliche höhere Preise veranschlagt sind.
Zugleich erstaunt es ein wenig, dass Vlaams-Brabant mit 1140 € recht deutlich unter Wallonisch-Brabant mit 1214 € liegt. Auch ist die Steigerung um gerade mal 1,9 Prozent zwischen Ternat und Kortenaken, zwischen Londerzeel und Hoegarden im vorgenannten Zeitraum recht überschaubar.
Federia (das die Mietpreisentwicklung seit 2018 listet) weist in seiner Erhebung zudem darauf hin, dass etwa in der Provinz Luxemburg quasi keine Häuser in die Statistik einfließen, sondern lediglich Wohnungen. Der Grund: In den Ardennen finden leer stehende Häuser merklich schneller einen zahlungskräftigen Käufer als anderswo.
Die Preissteigerung erklärt sich teils aus der Verknappung, die der Markt zunehmend kennt. Gerade bei Objekten in einem „vertretbaren“ Preisgefüge scheint Belgien abgegrast. Besonders für Haushalte mit mittlerem Einkommen ist die Auswahl aufgrund der Preissteigerung nur noch recht eingeschränkt.

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