Im Zentrum stehen die Gene BRCA1 und BRCA2, die das Brustkrebsrisiko bei Frauen um 60 bis 80 % und bei Männern um bis zu 7 % erhöhen. Schätzungen zufolge tragen in Belgien zwischen 33.000 und 55.000 Menschen diese Hochrisiko-Gene – mindestens die Hälfte weiß jedoch nichts davon. „Diese Gene sorgen für unermessliches Leid, vor allem bei jungen Frauen“, erklärt Dr. Marleen Finoulst.
„Pink Ribbon“ will, dass künftig alle Brustkrebspatientinnen und -patienten sowie ihre Verwandten die Möglichkeit einer genetischen Untersuchung erhalten. Derzeit ist die Testung nur eingeschränkt möglich und die Kapazitäten der acht belgischen Testzentren reichen nicht aus. Auch aus medizinischer Sicht überwiegen die Vorteile.
„Es ist für den Finanzminister wahrscheinlich günstiger, präventiv breiter zu testen, als die Behandlungskosten einer späten Krebsdiagnose zu tragen“, betont Prof. em. Dr. Jan Lamote. Besonders Männer würden oft unterschätzt: Neben einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs könnten sie die Genveranlagung auch an ihre Töchter weitergeben. „Sich testen zu lassen, ist oft eine Liebestat für die Familie“, so Lamote.
Die genetische Analyse erfolgt derzeit über eine Blutabnahme. Zugelassen sind bisher nur Personen, die selbst an Brustkrebs erkrankt sind und bestimmte Kriterien erfüllen, sowie deren erste und zweite Verwandte. „Pink Ribbon“ kritisiert, dass die Weitergabe von Infos kaum kontrolliert werde. „Im Falle eines positiven Befunds wird den Betroffenen zwar nahegelegt, ihre Angehörigen zu informieren, doch das passiert viel zu selten und bleibt ohne Nachverfolgung“, erklärt dazu Marleen Finoulst. (belga/gz)

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