Ruanda verweigert belgischem Reporter die Einreise zur Rad-WM

<p>Stijn Vercruysse am Landesflughafen in Zaventem</p>
Stijn Vercruysse am Landesflughafen in Zaventem | Foto: VRT

Vercruysse war mit einer offiziellen Akkreditierung des ruandischen Sportministeriums ausgestattet, vermittelt über den Radsport-Weltverband UCI. Trotzdem erhielt er Flugverbot. „Die ruandische Regierung hat der Airline untersagt, mich an Bord zu lassen“, sagte er gegenüber dem flämischen Rundfunk (VRT).

Eine offizielle Begründung gibt es bislang nicht. Der Journalist vermutet jedoch, dass seine frühere kritische Berichterstattung über Ruanda ausschlaggebend ist: „Wir wollten auch jetzt nicht nur über den Sport berichten, sondern auch kritisch auf das Gastgeberland schauen – ein Land, das in Wahrheit sehr autoritär regiert wird.“

VRT-Chefredaktion kritisiert Vorgehen

Die VRT-Redaktion reagierte mit deutlichen Worten: „Wir bedauern, dass das ruandische Regime unserem Journalisten die Einreise verweigert“, erklärte Stijn Verhaaren, Leiter der Auslandsredaktion. Man stehe sowohl mit den ruandischen Behörden als auch mit der UCI und dem belgischen Außenministerium in Kontakt. „Trotz dieses Vorfalls werden wir weiterhin kritisch über Ruanda berichten – auch im Rahmen der Rad-WM.“

Außenministerium wartet auf Antwort

Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hat nach eigenen Angaben umgehend den Dialog mit Kigali gesucht. Eine konkrete Erklärung liegt aber noch nicht vor. „Als Gastgeber eines internationalen Sportereignisses trägt Ruanda eine besondere Verantwortung“, so das Außenministerium. „Wir warten jedoch auf weitere Klarstellungen, bevor wir Stellung beziehen.“

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass belgische Journalisten in Ruanda auf Widerstand stoßen. Der ehemalige VRT-Korrespondent Peter Verlinden steht bereits seit Jahren auf einer schwarzen Liste und darf nicht einreisen. „Vermutlich bin ich nun ebenfalls dort vermerkt“, meint Vercruysse. (belga/calü)

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