„Mit dieser Mitteilung erkenne ich an, der biologische Vater von Clement Vandenkerckhove zu sein“, zitiert die Nachrichtenagentur Belga aus einer Erklärung des Prinzen. „In den vergangenen Jahren haben wir darüber offen und ehrlich gesprochen. Diese Erklärung beruht auf einem Gefühl von Verständnis und Respekt für die Betroffenen. Sie ist das Ergebnis gemeinsamer Überlegungen.“
Der 61-jährige Bruder von König Philippe bat zugleich um Zurückhaltung im Umgang mit dem Thema, das er als „intime Angelegenheit“ bezeichnete. „Ich werde hierzu keine weiteren Aussagen machen oder zusätzliche Erläuterungen geben“, so Laurent. Die Ankündigung kommt überraschend, obwohl seit Jahren Spekulationen über die mögliche Vaterschaft im Umlauf waren. Ende der 1990er-Jahre hatte Laurent eine Affäre mit Iris Vandenkerckhove, die unter ihrem Künstlernamen Wendy Van Wanten in Flandern Berühmtheit erlangte. Clement Vandenkerckhove, der inzwischen 25 Jahre alt ist, hatte noch vor vier Jahren in der VRT-Sendung „Het huis“ bestritten, dass Prinz Laurent sein Vater sei. Iris Vandenkerckhove sagte in derselben Sendung, es liege an Clement, den Namen seines Vaters bekannt zu machen. Sie selbst fügte hinzu, dass die Liebe zu Prinz Laurent „etwa sieben Jahre“ gedauert habe.
Dass Laurent jetzt mit dieser Erklärung kommt, hat vermutlich damit zu tun, dass VTM am Dienstagabend eine Dokumentation ausstrahlte, in der Clement laut dem Sender bekannt geben würde, dass er der biologische Sohn von des Prinzen ist. Clement wurde im Jahr 2000 geboren, also bevor sich Laurent mit seiner heutigen Ehefrau Claire Coombs verlobte, mit der er seit 2003 verheiratet ist. „Überhaupt nicht überrascht“ ist der Königshausexperte Mario Danneels. „Die Hinweise waren zahlreich“, sagt er in einer Reaktion. „Der deutlichste Hinweis ist natürlich die äußerliche Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn“, so Danneels. „Hinzu kommt der Name, der wohl auf die Villa Clémentine, den Wohnsitz des Prinzen, anspielt. Außerdem hat Wendy Van Wanten in ihren Liedtexten entsprechende Anspielungen gemacht.“ Der Palast will auf die Nachricht nicht reagieren. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mitglied der Königsfamilie ein Kind anerkennen muss. 2020 urteilte das Berufungsgericht in Brüssel, dass Delphine Boël die gesetzliche Tochter von König Albert II., Vater von Prinz Laurent, ist. Die Anerkennung Delphines erfolgte jedoch erst nach einem langen juristischen Streit.
Die Vaterschaftsanerkennung von Laurent hat laut der Familienrechtlerin Ingrid Boone keine rechtlichen Folgen. „Eine rein biologische und öffentliche Anerkennung ist lediglich symbolisch“, so Boone. Sollte es bei dieser Erklärung bleiben, könne Clement rechtliche Schritte einleiten, um das Vaterschaftsverhältnis gerichtlich feststellen zu lassen – ähnlich wie im Fall von Delphine und Albert II. Entscheide sich Laurent jedoch für eine offizielle Anerkennung vor dem Standesamt, hätte das weitreichende Konsequenzen: Clement, der als Volljähriger allerdings seine Zustimmung geben müsse, würde Erbrechte erhalten, die gleichen Rechte und Pflichten wie Laurents andere Kinder genießen und könnte seinen Namen in „von Sachsen-Coburg“ oder in eine Doppelnamen-Variante ändern. Dies sei jedoch, so der Historiker Vincent Dujardin, nur nach Abschluss eines rechtlichen Anerkennungsverfahrens möglich. „Nur unter dieser Voraussetzung könnte er Prinz von Belgien werden und als Enkel eines Königs den Namen von Sachsen-Coburg tragen“, erklärt Dujardin. Ein Dynast werde Vandenkerckhove allerdings nie sein. Das bedeutet, dass er – ebenso wie Prinzessin Delphine – niemals für die Thronfolge infrage kommen wird. Auch erhält er keine Apanage. Die Anerkennung von Clement Vandenkerckhove durch Prinz Laurent als seinen Sohn habe keinerlei verfassungsrechtliche Relevanz, so der Verfassungsexperte Paul Van Orshoven. (belga/gz)

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