Pieter De Crem verlässt CD&V nach Skandal in Aalter

<p>Pieter De Crem</p>
Pieter De Crem | Foto: Photo News

Der Druck auf De Crem war in den vergangenen Tagen enorm gestiegen: Die flämische Verwaltung hatte bestätigt, dass die Gemeinde Aalter bei der Vergabe von Wohnsitzen gegen Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert hatte. Damit geriet der Bürgermeister unhaltbar unter Beschuss.

In einer persönlichen Erklärung teilte De Crem nun mit, dass er zwar die CD&V verlasse, sich aber keineswegs aus der Politik zurückziehen wolle. „Die Partei bietet keine Antworten mehr auf die Herausforderungen unserer Zeit“, kritisierte er. Stattdessen kündigte er an, künftig für eine „echte politische Reform“ eintreten zu wollen – mit besonderem Augenmerk auf die Unterstützung von Lokalpolitikern. Deren tägliche Arbeit werde seiner Ansicht nach „von der völligen Visionslosigkeit der Parteiführung überschattet“.

Bemerkenswert: Kurz nach seinem Rückzug aus Aalter erhielt De Crem Rückendeckung vom rechtsextremen Vlaams Belang – eine Unterstützung, die er weder annahm noch ausdrücklich zurückwies.

Von Parteichef Sammy Mahdi gibt es bislang keine öffentliche Reaktion. Die zuständige Innenministerin Hilde Crevits (ebenfalls CD&V) hatte zwar noch eine disziplinarische Untersuchung gegen De Crem eingeleitet, diese wurde jedoch durch seinen Rücktritt als Bürgermeister hinfällig. (belga/calü)

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