Neuer Ansatz gegen Geruchsverlust: Plasmainjektionen zeigen Wirkung

<p>Injektionen mit plättchenreichem Plasma können den Geruchssinn von Patienten nach Kopfverletzungen deutlich verbessern.</p>
Injektionen mit plättchenreichem Plasma können den Geruchssinn von Patienten nach Kopfverletzungen deutlich verbessern. | Illustrationsbild: picture alliance/dpa

Der HNO-Arzt Jérôme Lechien von Epicura und Dozent an der UMons beobachtete bei 33 Patienten mit posttraumatischen Geruchsstörungen eine deutliche Verbesserung bei 66,7 Prozent der Betroffenen nach einer PRP-Injektion – selbst bei Patienten, deren Verletzung bereits mehr als fünf Jahre zurücklag.

Die Ergebnisse seien ermutigend, mahnt der Forscher, doch müsse man wegen der begrenzten Teilnehmerzahl und des Charakters einer ersten Studie vorsichtig bleiben.

Anosmie – der medizinische Fachbegriff für Geruchsstörungen – betrifft zwischen 10 und 20 Prozent der Patienten nach einem Schädeltrauma, insbesondere bei Frakturen oder schweren Erschütterungen. In manchen Fällen kommt es zum vollständigen Verlust des Geruchssinns.

Die Beeinträchtigung wirkt sich stark auf die Lebensqualität aus, da sie auch den Geschmackssinn und damit die Ernährung beeinflusst. In Europa sind laut Schätzungen von Dr. Lechien 7 bis 20 Prozent der Bevölkerung von Anosmie betroffen.

Der Forscher hatte bereits zuvor den Nutzen von PRP bei postviralen Geruchsstörungen – etwa nach einer Covid-19-Infektion – nachgewiesen, wo die Behandlung in 70 bis 80 Prozent der Fälle erfolgreich war.

Lechien gilt als Pionier der PRP-Therapie in Belgien. Im Oktober will er die Ergebnisse seiner jüngsten Studie auf dem Jahreskongress der American Academy of Otorhinolaryngology – Head & Neck Surgery vorstellen. (belga/rt)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment