Godefroot gehörte in den 1960er- und 70er-Jahren zu den stärksten Rivalen von Eddy Merckx. Bereits als Jungprofi sorgte er für Aufsehen, als er 1965 gleich bei seinem ersten belgischen Meisterschaftsrennen den Titel gewann – vor einem frustrierten Eddy Merckx. Seine verbissene Fahrweise, Sprintstärke und taktisches Gespür wurden während seiner beeindruckenden Karriere zu seinem Markenzeichen. Er gewann unter anderem die Flandernrundfahrt (1968, 1978), Paris-Roubaix (1969) und Lüttich–Bastogne–Lüttich (1967). Hinzu kamen zehn Etappensiege bei der Tour de France sowie der Gewinn des Grünen Trikots im Jahr 1970.
Nach seiner aktiven Karriere wechselte Godefroot ins Management und prägte in den 1990er-Jahren das deutsche Team Telekom. Unter seiner Leitung feierte die Mannschaft ihre größten Erfolge: Bjarne Riis und Jan Ullrich gewannen seinerzeit die Tour de France. Die Epoche war allerdings auch von Dopingaffären überschattet. Godefroot selbst äußerte sich kaum zu den Enthüllungen über systematischen EPO-Gebrauch.
Später arbeitete er noch für das kasachische Astana-Team, bevor er sich endgültig aus dem Radsport zurückzog. Die letzten Jahre verbrachte er zurückgezogen in Deurle bei Gent. Mit Walter Godefroot verliert Belgien einen kompromisslosen Kämpfer, der als Rennfahrer und Manager über Jahrzehnte das internationale Radgeschehen prägte. (belga/vrt/svm)

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