Eigeninitiative stößt an (verwaltungstechnische) Grenzen

Der Makler bleibt eine sichere Bank auf dem Markt. Jedenfalls setzen in Belgien laut einer jüngsten Erhebung 53 Prozent umgehend auf das Know-how eines Fachmannes beim Verkauf ihres Hauses. Letztlich sind es aber etliche Prozent mehr, denn von jenen Verkäufern, die sich zunächst selbst um die Veräußerung ihres Eigentums kümmern woll(t)en, finden innerhalb von gerade mal sechs Monaten nochmals weitere 8 Prozent den Weg in eine Immobilienagentur in ihrer Nähe.

Letztlich also knapp über 60 Prozent, die externe Kompetenz zu Rate ziehen. Wobei herausragende 96 Prozent dieser Kundschaft bei einem Immobilienmakler die Klinke drücken, gegenüber minimalen 4 Prozent bei einem Notar.

Ein Trend, der sich vor allem im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte zementiert hat. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es lediglich 43 Prozent, die die Dienste eines Maklers in Anspruch nahmen. Dagegen ist heute Professionalität gewünscht und angesagt. Wenngleich gegen Gebühr! Die im landesweiten Schnitt bei 3,1 Prozent des Erlöses liegt (jedoch mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent in den südlichen Provinzen).

Gerade diese „Kommission“ ist für 46 Prozent jener Eigentümer, die selbst auf dem Markt tätig werden, der maßgebende Grund für die Eigeninitiative. Selbst wenn sie nachfolgend teils wieder „ad acta“ gelegt wird.

Das wesentliche Argument für die Inanspruchnahme professioneller Dienste ist laut vorliegender Studie von Immoweb die gewachsene Komplexität des Marktes, hierunter besonders die Möglichkeit, ein Objekt passend, heißt: attraktiv zu bewerben.

Neben der fachlichen Kompetenz (vom Makler einerseits „auf der Schulbank“ mit jährlich vorgegebener Weiterbildung, andererseits im Tagesgeschäft erarbeitet) ist es zunehmend die (fehlende) technische Ausstattung, an dem die Eigeninitiative vielfach scheitert. Hinzu kommen die aktuell ungewohnt schnellen und vielschichtigen Anpassungen auf gesetzlicher Ebene. Ein „Terrain“, auf dem ein Nicht-Profi sich schon mal „verirren“ kann.

Als entscheidende Motivation für den Rückgriff auf einen Makler nennen die meisten die Abwicklung der Ortstermine zur Besichtigung des Objekts (75 Prozent), gefolgt vom administrativen Aufwand (59), von der zeitnahen Suche nach potenziellen Interessenten (47) und von der möglichst realitätsnahen Abschätzung des Eigentums (46). Rundum nachvollziehbare Überlegungen angesichts eines zunehmend wandelbaren Marktes.

Bei den Erwartungen im Zuge der Übereinkunft mit einer Agentur rangieren folgende Dienstleistungen ganz weit oben: Umsetzung ansprechender, aussagekräftiger Fotos (66 Prozent), Online-Vermarktung auf einer attraktiv gestalteten und bequem zu bedienenden Website (53) und Abwicklung des verwaltungstechnischen respektive gesetzlichen Aufwandes (37).

Übrigens… Wer später umschwenkt und nun doch einen Fachmann hinzuzieht, tut dies vor allem aus Mangel an Zeit bei der Organisation der Hausbesuche (29 Prozent), gefolgt von den (unüberwindbaren) administrativen Hürden (17) und der Sorge um einen drohenden Wertverlust mangels Interesse (7).

In der Tat seien die Anforderungen im letzten Jahrzehnt enorm gestiegen, betont Charlotte De Thaye, Generaldirektorin von Federia, dem Zusammenschluss der Immobilienmakler in der Wallonie. Gerade die gesetzlichen Vorgaben (teils von unterschiedlichen Instanzen) seien heute so multidimensional, dass der Laie in diesem Dickicht nicht mehr durchblicke.

Und für die (sofortige) Beauftragung eines Maklers spreche, so Charlotte De Thaye, nicht zuletzt die gute Bewertung, die die Profis im Nachhinein erhalten. So wird die Zufriedenheit einer Immobilientransaktion im Schnitt mit einer Note von acht auf zehn eingeordnet. In der Tat ein Ergebnis, das uneingeschränkt für die Branche in ihrer Professionalität spricht.

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