Es ist eine „Kohabitation“, die lange in Kauf genommen wurde, mittlerweile jedoch vielerorts grenzwertig ist. Über längere Zeit waren es in den Ardennen vornehmlich einheimische, junge Familien, die sich um den Kauf älterer, leer stehender Anwesen in den vielfach überschaubaren Orten bemühten und auf solche Weise das dörfliche Miteinander „am Leben hielten“.
Eine Option, die zuletzt weggebrochen ist. Der Grund: Vorgenannte Anwesen sind in der Zwischenzeit für lokale Interessenten faktisch unerschwinglich geworden. Auswärtige Investoren überbieten die Interessenten vor Ort mit unschlagbaren Offerten. Mit der Folge, dass das lokale Sozial-, Preis- und Steuergefüge in Schieflage gerät.
In Zahlen: Dem „regulären“ Wohnungsmarkt werden durch die ach so beliebten „Gîtes rurales“ insgesamt circa 6.300 verfügbare Objekte entzogen. So das Ergebnis einer Studie, die Christian Dessouroux im Auftrag der ULB erstellt hat. Bezeichnet werden derlei Objekte im Fachjargon als HNP, als „habitat non permanent“, heißt: Wohnraum, der ausschließlich zeitweiliger (touristischer) Nutzung dient. Wohlgemerkt… Hotels, Feriendörfer, Campings u.a.m. ausgenommen.
Eine „Umnutzung“, die nicht nur den Zugang zu finanzierbarem Wohnraum vor Ort versperrt, sondern zudem die Preise in ungeahnte Höhen treibt. Denn Käufer sind nicht selten zahlungskräftige „Invasoren“ aus „de lage landen“.
Die oftmals ein solches Anwesen zwar vordergründig zunächst zur Eigennutzung erwerben. Jedoch nicht selten „erwächst“ aus dieser ersten Option (verbunden mit meist aufwändigem Um- und Ausbau) eine (Zweit)residenz, die vor allem als touristische Herberge im größeren Stil die Kosten für Kauf und Sanierung wieder einspielen soll.
Ein „Trend“, gegen den in jüngerer Zeit zunehmend mehr Gemeinden konsequent vorgehen. Zumal - so die zwischenzeitliche Erkenntnis - bei einem Antrag auf Um- und Ausbau eines älteren, oft größeren Anwesens die nachfolgende Bestimmung mitunter ganz bewusst verschleiert wurde. Fazit: Ja zum Tourismus, aber nicht um jeden Preis.

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