Ähnlich wie Wind- oder Wasserpocken, Röteln und Mumps tauchen sie typischerweise im Kindesalter auf, weshalb man sie Kinderkrankheiten nennt. Der einzige Trost: Wenn man eine solche Krankheit als Kind gehabt hat, ist man normalerweise ein Leben lang immun. Die Krankheitserreger, in den meisten Fällen Viren, finden sich beispielsweise im Speichel der erkrankten Person. Die Ansteckungsgefahr ist besonders groß, da die Viren bereits vor dem Auftreten der typischen Symptome übertragen werden können.
Man fühlt sich bereits krank, weiß aber noch nicht, dass es sich um Masern handelt.
Beispielsweise beim Husten. Man fühlt sich bereits krank, weiß aber noch nicht, dass es sich um Masern handelt. Der für den Masernvirus typische Hautausschlag am ganzen Körper taucht erst vier Tage nach der Infektion auf. Bis dahin fühlen sich die Masern wie eine Grippe mit Symptomen wie Fieber, Husten, Kopf- und Halsschmerzen oder auch einer Bindehautentzündung an. Lungen- oder Hirnhautentzündungen können spätere Folgen der Erkrankung werden, da der Virus den Körper stark schwächt. In schlimmen, seltenen Fällen kann die Krankheit tödlich sein.
Weil man erkannt hat, dass Masern hochansteckend sind und schwere Komplikationen entstehen können, wurde 1985 in Belgien die Impfung gegen Masern eingeführt. Sie schützt gegen Masern, Mumps und Röteln, kurz MMR. Das erste Mal wird sie bei Kleinkindern im Alter von zwölf Monaten durchgeführt. Für eine lebenslange Immunität erfolgt eine zweite Impfung im Alter von elf bis zwölf Jahren. Auch Erwachsene können sich dagegen impfen lassen.
Was passiert bei einer Impfung? Dein Körper bildet Abwehrkräfte gegen eine Krankheit. Wenn du in Kontakt mit Viren kommst, wirst du nicht krank und kannst die Krankheit auch nicht weitergeben. Wenn alle anderen geimpft sind, schützt dies diejenigen, die nicht geimpft werden können, weil sie krank oder noch zu jung sind! Dies nennt man den „Herdenschutz“.
Die Wirksamkeit der MMR-Impfung zeigen statistische Erhebungen. Zwischen 1982 und 1983 traten bei 100.000 untersuchten Einwohnern Belgiens noch 1.281 Fälle von Masern auf. 2016, also über 30 Jahre später, gab es nur noch sechs Fälle bei 1.000.000 Einwohnern. Seit Kurzem häufen sich die Fälle der Masernerkrankungen nicht nur in Ostbelgien.
In ganz Europa werden Kinder leider immer häufiger nicht gegen die Masern geimpft. Als Folge davon wurden 2018 europaweit 80.000 an Masern erkrankte Personen registriert, von denen insgesamt 72 verstarben. Das sind dreimal mehr Erkrankungen als 2017 und sogar 15-mal mehr als 2016.
Du siehst, Masern sind nicht harmlos. Doch leider denken viele Menschen noch anders. Schwere Komplikationen treten vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit eingeschränktem Immunsystem auf. Gerade für sie ist ein starker Herdenschutz durch Impfungen wichtig.
Seit dem 24. April und noch bis zum Ende des Monats findet die „Europäische Impfwoche“ statt: eine jährliche Initiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, um auf die Bedeutung von Impfungen für Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen aufmerksam zu machen. Du bist nicht gegen die Masern geimpft? Kaleido Ostbelgien bietet acht Vorsorgestellen an, in denen Kinder geimpft werden können. Bei Fragen zur Impfung können du und deine Eltern euch jederzeit bei den Vorsorgestellen in eurer Nähe melden. Auf unserer Internetseite findet ihr alle Adressen und Kontaktinformationen: www.kaleido-ostbelgien.be

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