STEC-Infektion breitet sich in Flandern aus – Behörden melden Tote in Pflegezentren

<p>Gefährliche STEC-Bakterien: Vier mögliche Todesfälle in belgischen Pflegeheimen.</p>
Gefährliche STEC-Bakterien: Vier mögliche Todesfälle in belgischen Pflegeheimen. | Foto: Sina Schuldt/dpa

Der Sprecher der flämischen Gesundheitsbehörde „Zorg en Gezondheid“, Joris Moonens, bestätigte am Donnerstag, dass die Infektionen nachweislich vorhanden seien. Ob die Bakterien jedoch direkt für die Todesfälle verantwortlich sind oder lediglich das ohnehin geschwächte Immunsystem der Betroffenen zusätzlich belasteten, lasse sich derzeit schwer sagen. Joris Moonens erklärte zudem, dass es weitere Bewohner in kritischem Zustand gebe. „Wir können nicht ausschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steigt“, so der Sprecher.

Der Pflegeheimbetreiber Armonea, der mehrere Einrichtungen in Flandern führt, sprach sogar von vier verstorbenen Bewohnern, die zuvor mit STEC infiziert waren. Auch hier betonte man allerdings, dass ein direkter Zusammenhang nicht eindeutig nachweisbar sei. „Bei hochbetagten Menschen ist es oft schwer, die Todesursache klar zu trennen. Die Infektion könnte aber den Krankheitsverlauf beschleunigt haben“, erklärte Armonea-Sprecherin Barbara Hartert.

Nach Angaben der Behörden wurden am Dienstag und Mittwoch rund 20 Infektionen registriert – verteilt auf sechs Seniorenheime im Raum Flämisch-Brabant, Antwerpen und Aalst. Auch ein Mitarbeiter einer Einrichtung ist betroffen.

Was ist STEC?

Die Infektion wird durch E.-coli-Bakterien ausgelöst, die sogenannte Shigatoxine produzieren. Während viele Infektionen mild verlaufen oder sogar unbemerkt bleiben, kann es auch zu blutigen Durchfällen, Fieber und Kopfschmerzen kommen. Besonders gefährlich ist die mögliche Folgeerkrankung: das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das die Nieren angreifen und dauerhaft schädigen kann. Häufig erfolgt die Ansteckung über kontaminierte Lebensmittel. (belga/calü)

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