Unter der Leitung von Pascale Vielle vom Institut IACCHOS an der KU Löwen haben Forscher der KU Löwen, der ULB und von Sciences Po Paris einen Bericht erarbeitet, der einen tiefgreifenden Wandel empfiehlt. Die soziale Sicherheit solle künftig nicht nur im Nachhinein helfen, sondern als Instrument der Resilienz dazu beitragen, Krisen bereits im Vorfeld abzufedern. Vorgesehen ist unter anderem die Schaffung einer eigenen Säule für sozial-ökologische Risiken innerhalb der Sozialversicherung. Außerdem schlagen die Autoren universelle Basisdienste wie Wasser, Energie und Wohnen vor, die allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein sollen.
Darüber hinaus empfehlen die Wissenschaftler Übergangseinkommen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in ökologisch sinnvolle Berufe wechseln wollen. Auch Umweltkriterien sollten stärker in die sozialen Leistungen und die Budgetplanung integriert werden.
Die Forscher räumen ein, dass ihre Vorschläge den derzeitigen politischen Leitlinien widersprechen. Dennoch pochen sie auf eine langfristige Perspektive: Solidarität dürfe sich nicht auf Ausgleich beschränken, sondern müsse vorbeugen und verändern. Klima und soziale Gerechtigkeit seien untrennbar miteinander verbunden. (belga/rt)

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