Aus für Traditionsbier: Kein Belle-Vue Gueuze mehr von AB InBev

<p>AB InBev setzt nur noch auf Belle-Vue Kriek.</p>
AB InBev setzt nur noch auf Belle-Vue Kriek. | Foto: belga

Die Marke Belle-Vue ist untrennbar mit dem Namen Constant Vanden Stock verbunden, dem langjährigen Präsidenten von RSC Anderlecht. Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Familienbrauerei übernommen und die traditionell sauren Lambics und Gueuzes mit einer süßeren und zugänglicheren Variante revolutioniert. Die Idee schlug ein: Zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren erreichte Belle-Vue einen Höhepunkt von rund 130.000 Hektolitern pro Jahr.

Zur Erklärung: Lambic ist ein spontan vergorenes Bier aus dem Brüsseler Raum, das in Eichenfässern reift. Gueuze wiederum entsteht, wenn junge und alte Lambics miteinander verschnitten werden – sie sind traditionell säuerlich, komplex und werden in der Regel in Flaschen mit Korkverschluss abgefüllt.

Foto: privat

1991 ging die Brauerei an Interbrew über, den Vorgänger von AB InBev. Doch in den vergangenen Jahren brachen die Verkaufszahlen ein. Während das klassische, süßere Gueuze an Beliebtheit verlor, erlebte das ursprüngliche, herbere „alte Gueuze“ eine Renaissance in Spezialbars und bei Bierliebhabern. AB InBev hatte 2018 sogar versucht, mit einer kleinen, authentischen Produktion den Anschluss an diesen Trend zu finden – ohne nachhaltigen Erfolg.

Nun zieht der Konzern die Konsequenzen und verabschiedet sich endgültig von allen Gueuze-Varianten unter dem Label Belle-Vue. Das Kriek hingegen bleibt im Programm. Arbeitsplatzverluste soll die Entscheidung nicht nach sich ziehen. (belga/calü)

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