Erweiterung des multikonfessionellen Friedhofs in Verviers gestartet

<p>Ein Spaten steckt in einem Grab auf einem Friedhof: Für 611.000 Euro werden in Verviers nun 74 neue Grabstellen geschaffen.</p>
Ein Spaten steckt in einem Grab auf einem Friedhof: Für 611.000 Euro werden in Verviers nun 74 neue Grabstellen geschaffen. | Illustrationsfoto: dpa

Die Erweiterung war schon seit längerem geplant, doch nun wird das Vorhaben endlich umgesetzt. Die Anlage, 2016 eröffnet, bietet Bestattungsmöglichkeiten für Verstorbene aller Glaubensrichtungen. Hauptsächlich nutzen sie muslimische Familien, da hier Bestattungen nach islamischem Ritus möglich sind – mit schlichter Grabplatte und Ausrichtung nach Mekka. Während es anfangs einige Monate dauerte, bis die ersten Gräber belegt waren, ist das Areal inzwischen vollständig ausgebucht. Bereits 2022 war von einer Erweiterung die Rede, als nur noch wenige der insgesamt 55 Grabstellen frei waren. Ein Jahr später war keine einzige mehr verfügbar. Verzögerungen gab es unter anderem, weil die ursprünglich veranschlagte Summe im städtischen Haushalt nicht ausreichte und der Bauantrag erneut bei der Wallonischen Region eingereicht werden musste.

Für 611.000 Euro werden nun 74 neue Grabstellen geschaffen – 56 für Einzel- und 18 für Doppelbelegungen. „Von außen wirkt es nicht so, als wäre der Friedhof voll, weil nicht alle Plätze belegt sind. Doch viele Gräber wurden bereits im Voraus reserviert“, erklärt Bau-Schöffe Alexandre Loffet. „Derzeit müssen Familien bei einem Todesfall nach Robermont ausweichen, da es in der Region kein weiteres multikonfessionelles Angebot mit denselben Vorschriften gibt.“ Im Zuge der Erweiterung wird auch ein direkter Zugang vom Hauptfriedhof geschaffen. „Bisher musste man einen Umweg über die Seite machen, um den multikonfessionellen Bereich zu erreichen. Das wirkte sehr abgeschieden“, so Loffet. Zudem entstehen ein Versickerungsbecken und eine modernisierte Abwasserleitung. Die Bauarbeiten sind auf 50 Werktage angesetzt und sollen Ende Oktober abgeschlossen sein. Bis dahin müssen die betroffenen Familien weiterhin nach Lüttich fahren. (mcfly)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment