Zwölf „führende Handchirurgen“ aus den Vereinigten Staaten haben kürzlich eine Spezialausbildung im Antwerpener AZ Monica und im Ziekenhuis Oost-Limburg (ZOL) in Genk absolviert. Ziel war es, die in Belgien entwickelten und angewandten modernen Techniken der Daumenprothesen-Chirurgie kennenzulernen – ein Bereich, in dem belgische Krankenhäuser nach eigenen Angaben zur Weltspitze zählen.
Daumenarthrose betrifft schätzungsweise fünf Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen. Lange Zeit bestand die Behandlung in einer Versteifung des Daumengelenks oder der Entfernung eines Handwurzelknochens – Methoden, die weltweit noch üblich sind. Belgien setzt hingegen seit Jahren auf den Einsatz von Daumenprothesen. „Das Daumengelenk wird durch ein Miniatur-Kugelgelenk ersetzt, ähnlich einer Hüftprothese. Das bietet mehr Beweglichkeit und Komfort“, erklärt Dr. Joris Duerinckx, Chirurg am ZOL.
Die belgische Expertise sorgt international für Aufmerksamkeit – Ausbildungsanfragen kommen inzwischen aus Australien, Asien und den USA. Der Kurs endet jeweils mit einer Praxiseinheit im anatomischen Labor nahe Genf, bei der die Technik an Kadavern geübt wird. Die Erfolgsquote sei hoch: „90 Prozent der Patienten sind mit dem Ergebnis zufrieden, im Vergleich zu 80 Prozent bei klassischen Eingriffen“, so Duerinckx.
Im Oktober wird eine Delegation belgischer Handchirurgen in die USA reisen, um dort ihrerseits Einblicke zu gewinnen. (belga/rt)

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