Künftig soll das System landesweit zum Einsatz kommen, wie die flämische Tageszeitung „Het Nieuwsblad“ berichtet. „Wir können die Verbindung zwischen der Drohne und der Fernsteuerung des Piloten erfassen“, erklärt Nele Coghe, Sprecherin von SkeyDrone, einer Tochterfirma des belgischen Flugsicherungsdienstes Skeyes.
Das System ist mit einer nationalen Datenbank verknüpft.
Das System sei mit der nationalen Datenbank für Flugbewilligungen verknüpft. „So sehen wir sofort, ob ein Flug genehmigt ist oder nicht.“ Wer mit einer Drohne in einer sogenannten No-Fly-Zone fliegen will – etwa über Haftanstalten oder Industrieanlagen – benötigt eine Genehmigung, die bei Skeyes beantragt werden muss.
In Hasselt ist das System inzwischen aktiv. Es deckt eine Fläche mit einem Radius von fünf Kilometern rund um die Stadtmitte ab. Die Antenne wurde auf dem Dach der örtlichen Feuerwehr installiert – laut Polizei der bestmögliche Standort, um weite Teile des Stadtgebiets zu erfassen. Während der ersten drei Betriebswochen registrierte das System 244 Drohnenflüge, davon zwölf mit deutlichen Regelverstößen. Die auffälligste: ein Flug auf 406 Metern Höhe, der die Einflugschneise des Flugplatzes Aero Kiewit kreuzte – trotz geöffneter Flugzone.
Von den registrierten Flügen stammten 168 von autorisierten Einsatzkräften, darunter Feuerwehr und Polizei. Für die übrigen Flüge wurden die Daten gespeichert. „Wir reagieren gezielt auf Hinweise aus der Bevölkerung“, erklärt Dorien Baens, Sprecherin der Polizeizone LRH. „Wenn wir die Piloten nicht auf frischer Tat ertappen, können wir durch die gespeicherten Daten auch rückwirkend ermitteln.“ Häufig gehe es um Beschwerden wegen möglicher Eingriffe in die Privatsphäre.
Neben dem festen System testet die Polizei auch eine mobile Variante – erstmals beim Festival Pukkelpop. „Unsere Zone umfasst mehr als nur das Stadtzentrum“, so Tom Hannes, Chef des Drohnenteams. „Ein mobiles System erlaubt uns, auch bei Veranstaltungen außerhalb des Erfassungsbereichs aktiv zu werden.“ Denkbar seien Einsätze etwa bei „Boer zoekt Bier“ in Diepenbeek oder „Rock Herk“ in Herk-de-Stad.
Die Systeme zeigen nicht nur den Flugweg der Drohne an, sondern auch den Standort des Piloten sowie die Seriennummer des Geräts. „In Echtzeit überwachen wir allerdings nur bei besonderen Anlässen oder sensiblen Orten“, sagt Hannes. Dazu zählen etwa Justizvollzugsanstalten, Flughäfen oder große Menschenansammlungen. Auch zeitlich befristete Flugverbotszonen, etwa während Großveranstaltungen wie den Virga Jessefeesten, können so überwacht werden.
Wird ein Verstoß festgestellt, kann die Polizei die Drohne beschlagnahmen und ein Protokoll an das zuständige Gericht übermitteln. Das belgische Luftfahrt-Direktorat kann anschließend Geldbußen verhängen. Das System ermögliche somit eine konsequentere Verfolgung von Verstößen gegen das Luftverkehrsgesetz.
Die Polizei betont, dass das System nicht dauerhaft von Menschen überwacht werde. Vielmehr handle es sich um ein automatisiertes Verfahren, bei dem Daten bei Bedarf oder auf Beschwerde hin ausgewertet werden. Die Testphase des festen Systems in Hasselt kostet rund 20.000 Euro.
Eine nationale Ausweitung ist geplant.
Die belgische Flugsicherung plant, das System innerhalb von rund einem Jahr flächendeckend im ganzen Land zu etablieren. Bereits heute kommt es an kritischer Infrastruktur wie Flughäfen, Atomkraftwerken, Gefängnissen oder großen Seehäfen zum Einsatz. Aktuell werden in ganz Belgien entsprechende Empfangsantennen installiert.
„Ziel ist es, sowohl zivile als auch militärische Drohnen zu erfassen“, so Coghe von SkeyDrone. Denn der Bedarf an sicherer Luftüberwachung wachse mit der zunehmenden Verbreitung von Drohnen. Für Hasselt ist der Start ein Pionierschritt – für Belgien ein mögliches Modell für die Zukunft. (mo)

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