Marktanteile schrumpfen: Warum belgische Transporteure unter Druck stehen

<p>Philippe Degraef (links) im Gespräch mit einem Gewerkschaftssprecher</p>
Philippe Degraef (links) im Gespräch mit einem Gewerkschaftssprecher | Foto: belga

„Es ist enorm frustrierend, dass unsere Transportfirmen ihre hervorragende geografische Position nicht ausspielen können“, erklärt Philippe Degraef, Direktor von Febetra.

Laut Degraef verlieren belgische Unternehmen seit Jahren kontinuierlich Marktanteile im europäischen Fernverkehr – doch die aktuelle Analyse zeigt, wie gravierend das Problem tatsächlich ist.

Von den 20 wichtigsten Warenströmen im europäischen Straßengüterverkehr ist Belgien zwar dreimal vertreten. Doch: In keiner dieser Handelsbeziehungen führen belgische Unternehmen das Feld an.

Ein Beispiel: Im Transport zwischen Deutschland und Belgien haben belgische Speditionen nur einen Marktanteil von 13 Prozent – halb so viel wie die deutsche Konkurrenz (26 Prozent). Auf der Strecke Belgien–Niederlande fällt das Bild noch drastischer aus: Hier bringen es niederländische Unternehmen auf satte 65 Prozent Marktanteil, während Belgier mit 16 Prozent weit abgeschlagen zurückliegen. Lediglich im Handel mit Frankreich können sich die hiesigen Transporteure mit 37 Prozent einigermaßen behaupten.

Hohe Kosten als Hauptproblem

Die Gründe für diesen Rückstand sieht Febetra klar: Belgische Transporteure sind schlicht zu teuer. „Unsere Unternehmen müssen sich in einem internationalen Umfeld behaupten. Damit sie konkurrenzfähig bleiben, ist eine Senkung der Lohnnebenkosten unumgänglich“, fordert Degraef.

Trotz der angespannten Haushaltslage müsse die Föderalregierung jetzt handeln: „Wir brauchen dringend Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Kaufkraft. Ohne diese wird Belgien im europäischen Transportgeschäft weiter Boden verlieren.“ (belga/calü)

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