Ungeachtet des Indexsprungs von dreieinhalb Prozent zu Beginn dieses Jahres bleiben die unmittelbaren Auswirkungen auf die Immobilienkaufkraft überschaubar. Bedingt vorrangig durch die scheinbar zementierten Hypothekenzinsen und die gleichzeitige Hausse bei den Bau- und Materialkosten.
Betroffen ist aktuell vor allem Neuware, die sich nach jüngsten Erhebungen nur noch wenige belgische Haushalte leisten können, konkret: 4,2 Prozent ein Appartement und lediglich ernüchternde 2,4 Prozent ein Haus. Zum Vergleich: 2021 lagen diese Werte noch bei 9,1 respektive 4,5 Prozent, also in etwa doppelt so hoch.
Schwer im Magen liegen den Promotoren (und mehr noch den potenziellen Käufern) die im landesweiten Schnitt um circa zweieinhalb Prozent (in Flandern gar ein halbes Prozent mehr) gestiegenen Erstehungspreise für Neuware (ganz gleich ob Haus oder Appartement).
Während die Wallonie in den vergangenen sechs Monaten für Häuser nahezu eine Stagnation kannte (bei gerade mal 0,85 Prozent Preisanstieg), bleiben die südlichen Provinzen auch bei den Appartements mit einem Plus von 1,65 Prozent deutlich hinter Flandern zurück, wo in beiden Segmenten eine Hausse von 2,7 respektive 2,8 Prozent verzeichnet wurde.
Zahlen lügen nicht! Und so belegt der Markt aktuell den zunehmenden Ausschluss eines steigenden Teils der Haushalte im Land vom neuwertigen Immobilienmarkt (der zudem einer akuten Verknappung unterliegt). Ein Trend, der nicht mehr nur konjunkturell, sondern strukturell belegt ist. Kurzum: Die Kosten für Neuware übersteigen zunehmend öfters das Budget eines „normalen“ Haushalts. Und das zu einem Zeitpunkt, da die Nachfrage nach („bezahlbarem“) Wohnraum so groß ist wie nie zuvor. Gerade seitens junger Familien oder auch sozial schwächerer Mitmenschen.
Als Fallbeispiel für solche Berechnungen dienen bei den Häusern „Modelle“ mit drei Fassaden, 160 Quadratmetern, drei Zimmern, Bad und (mittelgroßem) Garten. Bei den Appartements orientiert sich der Richtwert an einer Fläche von 95 Quadratmetern mit zwei Zimmern.

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