Doch Entwarnung gibt es nicht: Verglichen mit 2015 liegt die Zahl noch immer um 20 Prozent höher. „Das Phänomen bleibt besorgniserregend“, warnt VIAS. Im Schnitt passiert alle zwei Stunden ein Unfall mit Verletzten, bei dem der Verursacher flüchtet.
Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt: In Brüssel endet fast jeder fünfte Unfall (19 Prozent) mit Fahrerflucht. Zum Vergleich: In Flandern liegt die Quote bei 13 Prozent, in der Wallonie bei 10 Prozent.
Unter den Opfern sind vor allem Fußgänger (23 Prozent), E-Scooter-Fahrer (16 Prozent) und Radfahrer (15 Prozent). Im letzten Jahr verloren zudem 21 Menschen bei Unfällen mit Fahrerflucht ihr Leben.
Wer flüchtet – und warum?
Die VIAS-Studie unterscheidet fünf Täterprofile. Rund 31 Prozent der Fahrerflüchtigen gelten als „Unentschlossene“, die die Schwere des Unfalls unterschätzen. Etwa 19 Prozent fliehen bewusst, um Strafen zu entgehen, während 13 Prozent aus purer Panik handeln. Ebenfalls 13 Prozent stehen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Die restlichen 8 Prozent sind „Eingeschüchterte“, die zunächst anhalten, dann aber nach aggressiven Reaktionen Dritter die Flucht ergreifen.
Positiv: In 86 Prozent der Fälle konnten die Täter ermittelt werden – dank der wachsenden Zahl an Überwachungskameras.
Drakonische Strafen für Fahrerflucht
Fahrerflucht wird in Belgien hart geahndet: Wer erwischt wird, muss mit Geldstrafen von bis zu 16.000 Euro, einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren bei Todesfällen sowie einem lebenslangen Fahrverbot bei Wiederholung oder besonders schweren Fällen rechnen. (belga/calü)

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