Sommerschlussverkauf in Belgien: Händler zwischen Frust und Erfolgen

<p>Die Händler ziehen gemischte Bilanz der Sommerschlussverkäufe.</p>
Die Händler ziehen gemischte Bilanz der Sommerschlussverkäufe. | Foto: afp

Die Sommerschlussverkäufe liefen vom 1. bis 31. Juli. In dieser Zeit dürfen Händler mit besonders hohen Rabatten werben. Laut einer Umfrage von Unizo und Mode Unie meldeten 44,3 Prozent der Modehändler geringere Umsätze als im Vorjahr, 24,3 Prozent erzielten vergleichbare Ergebnisse und 31,4 Prozent konnten sogar zulegen.

Für Mode-Unie-Direktorin Isolde Delanghe ein solides Ergebnis: „Die erste Woche war wegen der Hitzewelle schleppend, danach kam aber Schwung in die Verkäufe. Die letzten zwei Wochen liefen stabil und haben die Einbußen der Anfangsphase weitgehend ausgeglichen.“ Viele Belgier würden gezielt auf die Schlussverkaufszeit warten, um gezielt zuzugreifen.

Bei der SNI klingt das ganz anders. „Ein Wort fasst die Stimmung der Händler zusammen: ‚Malaise‘“, so Sprecher Cedric Tack. Der Schlussverkauf habe seinen besonderen Reiz verloren. „Wenn Ketten und Online-Plattformen das ganze Jahr über Rabatte anbieten, weiß der Kunde irgendwann nicht mehr, was ein fairer Preis ist.“

Kampfansage an Shein und Temu

Auch Mode Unie warnt vor den Folgen der Online-Konkurrenz. „Dass die Politik untätig zusieht, wie internationale Plattformen unsere Märkte verzerren, macht viele Händler schlicht mutlos. Diese Anbieter tragen nichts zur lokalen Wirtschaft bei und überschwemmen uns mit einem Berg chinesischer Billigware“, kritisiert Delanghe scharf. Die Organisation fordert strengere Kontrollen und klare Regeln für Onlinehändler.

Die föderale Ministerin für Mittelstand, Selbstständige und KMU, Eléonore Simonet (MR), räumt ein: „Ich bin zwar als Liberale grundsätzlich keine Freundin von Handelsbarrieren, aber die Flut an Billigpaketen aus China ist ein Problem – für den Wettbewerb, den Verbraucherschutz und die Umwelt.“ Simonet begrüßt daher EU-Pläne, künftig auch Sendungen unter 150 Euro mit einer Importabgabe zu belegen.

Weitere Baustellen für den Handel

Neben dem Onlinehandel sieht das NSZ zwei weitere Herausforderungen: steigende Parkgebühren und Verkehrsprobleme in den Innenstädten. Die Organisation schlägt daher vor, an bestimmten Tagen Gratis-Parken zu ermöglichen. Außerdem stellt sie die Frage, ob die Schlussverkaufsperiode zeitlich besser an die Saison angepasst werden sollte. (belga/calü)

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