Die Vorbereitungsarbeiten hatten bereits am 22. Juli begonnen. Zunächst wurde eine der beiden Gleisstrecken zwischen Lüttich und Verviers außer Betrieb genommen. Seit Montag ist nun auch das zweite Gleis gesperrt – bis zum 25. August steht der Bahnverkehr auf dieser wichtigen Strecke komplett still.
„Es handelt sich um eine außergewöhnliche und symbolträchtige Baustelle“, erklärte Frédéric Sacré, Sprecher von Infrabel. „2021 hatte die Flut die Brückenfundamente in der Weser unterspült. Schon nach den provisorischen Reparaturen war klar: Wir brauchen ein völlig neues Bauwerk.“
Rund zehn Arbeiter sind derzeit im Einsatz. In einer ersten Phase wird die alte, 65 Meter lange Brücke über der Weser abgerissen – inklusive der im Fluss stehenden Pfeiler. Anschließend wird ein 35 Meter langes und 270 Tonnen schweres Stahlteil mit einer gigantischen Spezialkran-Konstruktion eingehoben.
Die zweite Bauphase betrifft die historische Gewölbestruktur aus dem 19. Jahrhundert: Sie wird durch zwei Betonbauteile von jeweils 150 Tonnen ersetzt. „Wir wollen das Risiko künftiger Überschwemmungen minimieren und die Brücke so gestalten, dass sie dem Wasser mehr Platz gibt“, so Sacré.
Das neue Bauwerk kostet zwar etwa das Dreifache eines herkömmlichen Brückenprojekts – für Infrabel jedoch eine Investition in die Zukunft: „Die Louheau-Brücke ist eines der ersten Bauwerke unseres Netzes, das gezielt auf die Herausforderungen des Klimawandels ausgerichtet ist.“ (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren