Abo für Facebook & Instagram eingeführt: Meta will Geld – aber nur zum Schein

<p>Meta führt Abo für Facebook &amp; Instagram ein.</p>
Meta führt Abo für Facebook & Instagram ein. | Foto: Jens Büttner/dpa

Seit einigen Tagen werden Facebook- und Instagram-Nutzer aufgefordert, sich zu entscheiden: entweder ein kostenpflichtiges Abo abschließen (5,99 Euro pro Monat für die Webversion bzw. 7,99 Euro für die App) – oder weiterhin kostenfrei scrollen, dann aber mit personalisierter Werbung.

Doch was wie ein Umbruch wirkt, ist in Wahrheit eine juristische Vorsichtsmaßnahme. „Facebook wird nicht plötzlich kostenpflichtig. Es geht darum, der EU zu zeigen, dass Meta den Datenschutz ernst nimmt“, erklärt Robin Van Peborgh, Geschäftsführer der Meta-Partneragentur Artex Monkey, gegenüber der Zeitung „La Meuse“.

Reaktion auf EU-Druck

Bereits seit November 2023 existieren diese Abo-Optionen – als Reaktion auf den Digital Markets Act, der Techkonzerne in der EU zu mehr Datenschutz verpflichtet. Trotzdem verhängte die Europäische Kommission im April eine Strafe von 200 Millionen Euro gegen Meta.

Und jetzt drohen sogar noch drastischere Sanktionen. „In Brüssel wird über tägliche Strafzahlungen von bis zu 5 Prozent des weltweiten Umsatzes gesprochen, wenn Meta weiterhin gegen die Datenschutzvorgaben verstößt“, so Van Peborgh weiter. „Das wäre eine enorme Summe – da versucht man natürlich, dem zuvorzukommen.“

Abo oder Werbemodell? – Für Meta ist die Antwort klar

Wirklich attraktiv ist das Abo-Modell für Meta aber nicht. Die allermeisten Nutzer bleiben bei der kostenlosen Version – und genau das lohnt sich für den Konzern. „Ein Gratisnutzer bringt Meta im Schnitt zwischen 31 und 35 Euro pro Monat ein – allein durch Werbung“, betont Van Peborgh. Zum Vergleich: Ein zahlender Nutzer generiert weit weniger, und weltweit liegt der Anteil der Abonnenten derzeit unter 0,5 Prozent.

Auch der neue Hinweis im Pop-up-Fenster zielt auf Brüssel: Wer zahlt, dessen Daten werden laut Meta nicht mehr für personalisierte Werbung verwendet. Doch so ehrlich das klingen mag – die Daten der kostenlosen Nutzer bleiben weiterhin ein zentraler Bestandteil von Metas Geschäftsmodell. „Meta wird sich nicht vollständig anpassen, sonst verlieren sie den wirtschaftlichen Kern ihrer Plattform“, so Van Peborgh. „Das ist eher eine Verzögerungstaktik, um Zeit zu gewinnen.“

KI statt Werbung? – Noch lange nicht

Langfristig geht es Meta nicht nur um Werbung, sondern auch um etwas Größeres: die Entwicklung einer leistungsstarken künstlichen Intelligenz – gefüttert mit Nutzerdaten. Wer sich also gegen ein Abo entscheidet, muss sich klarmachen: „Was Sie posten, liken oder anschauen – all das wird weiterhin ausgewertet und verwertet.“ (calü)

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