Alarmierende Zahlen: Bienensterben in Belgien verschärft sich

<p>Ein Viertel der Völker ist in Belgien verendet.</p>
Ein Viertel der Völker ist in Belgien verendet. | Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Erhoben wurden die Daten von der Forschungsplattform Honeybee Valley (UGent) in Zusammenarbeit mit dem wallonischen Zentrum für Agrarforschung CRA-W und dem Imkerverband Cari. Rund 710 Imkerinnen und Imker aus dem ganzen Land beteiligten sich an der Umfrage – zusammen meldeten sie den Verlust von 1.679 Bienenvölkern.

„Ein gewisser Verlust ist nach dem Winter normal“, erklärt Ellen Danneels von Honeybee Valley. „Aber ein Schnitt von über 22 Prozent ist besorgniserregend – auch wenn es noch kein Extremwert ist.“ Bereits im Vorjahr lag die Sterblichkeitsrate bei 17 Prozent – die Tendenz ist also steigend.

Zwei Hauptursachen im Fokus

Als eine der größten Gefahren gilt nach wie vor der Parasit Varroa destructor – eine Milbe, die sich in den Bienenstöcken ausbreitet, die Tiere schwächt und sie anfälliger für Krankheiten macht. Immerhin 45,3 Prozent der befragten Imker setzen auf Oxalsäure (auch als „Salz der Kleesäure“ bekannt), um den Parasiten zu bekämpfen.

Ein weiterer Störfaktor, der zunehmend Sorgen bereitet, ist der asiatische Hornissenschwärmer. Die invasive Art breitet sich seit einigen Jahren in Belgien rasant aus. Fast jeder zehnte Imker meldete bereits leere Bienenstöcke nach einem Angriff. Ob die Hornissen aber tatsächlich zur Wintersterblichkeit beitragen oder erst im Frühjahr zur Gefahr werden, ist laut Danneels noch nicht eindeutig geklärt.

Große Unterschiede zwischen Regionen

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in Brüssel: Dort starben 44 Prozent der Bienenvölker – die Hauptstadtregion verzeichnet damit nicht nur die höchste Verlustrate, sondern beherbergt auch die kleinste Bienenpopulation im Land. Ganz anders die Lage in Flämisch-Brabant, wo nur 7,9 Prozent der Völker den Winter nicht überlebten. Die Provinz gilt derzeit als stärkste Bienenhochburg Belgiens.

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