„Ich hatte einfach nichts mehr im Tank“, erklärte Evenepoel später. „Die Beine waren leer, jeder Tritt eine Qual. Es machte keinen Sinn, mich weiter zu quälen.“ Kurz bevor er in das Teamfahrzeug stieg, gab er einem Kind am Streckenrand noch seine Trinkflasche – eine kleine Geste, die viele Fans rührte.
Bereits in den beiden Pyrenäen-Etappen zuvor hatte der Weltmeister Schwächen gezeigt. Am Freitag verlor er im Bergzeitfahren nach Peyragudes 2:39 Minuten auf das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar und nur noch sechs Sekunden trennten ihn vom deutschen Florian Lipowitz, der nun auch das weiße Trikot des besten Jungprofis ins Visier nimmt. Schon in der 12. Etappe nach Hautacam hatte Evenepoel 3:35 Minuten auf Pogacar eingebüßt. Beim Ausstieg lag der Belgier 7:24 Minuten hinter dem slowenischen Topfavoriten und 23 Sekunden vor Lipowitz. Evenepoel, der 2022 die Vuelta gewann und im Vorjahr Dritter bei seinem Tour-Debüt wurde, hatte seine Saison wegen eines schweren Trainingssturzes im Dezember verspätet begonnen. Er brach sich dabei eine Hand, eine Rippe und das Schulterblatt. Dennoch feierte er im Frühjahr Siege, unter anderem bei Brabantse Pijl sowie im Zeitfahren der Tour de Romandie und des Critérium du Dauphiné. Trotz des enttäuschenden Tour-Aus blickt Evenepoel kämpferisch nach vorne: „Ich werde stärker zurückkommen. Die Tour mag vorbei sein, aber nicht meine Geschichte.“ (belga/sc)

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