Bei seinem Etappensieg in Hautacam demontierte er unter anderem Jonas Vingegaard und nahm seinem größten Widersacher über zwei Minuten ab. Mit 3:31 Minuten Vorsprung auf Vingegaard fährt Pogacar nun wieder im Gelben Trikot. Ist die Tour damit bereits entschieden?
Zu Beginn der Etappe hatte sich eine mehr als 50-köpfige Ausreißergruppe gebildet, zu der neben sechs anderen Belgiern auch der Raerener Laurenz Rex (Intermarché-Wanty) gehörte. Sein Team soll aktuell mit Lotto über eine weitgehende Kooperation verhandeln, das wurde im Rahmen der 12. Etappe bekannt. Rex gewann den Zwischensprint 85 Kilometer vor dem Ziel unter anderem vor Mathieu van der Poel – machte 20 Punkte für den Ostbelgier und 1.500 Euro für die Mannschaftskasse. Im Anschluss ließ sich Rex zurückfallen, auch die Ausreißergruppe schrumpfte schnell zusammen.
Remco Evenepoel hatte große Schwierigkeiten und verliert 3:30 Minuten
Einen zunächst enorm harten Tag erlebte Remco Evenepoel (Soudal-Quick Step): Der Podiumskandidat musste am Col de Soulor – dem ersten harten Anstieg der Etappe – komplett abreißen lassen und hatte auch am Hinterrad von Teamkollege Ilan Van Wilder sichtlich Probleme. Zwischenzeitlich hatte Evenepoel mehr als eine Minute Rückstand auf Vingegaard und Pogacar, verringerte ihn im Anschluss aber peu à peu. 26 Kilometer vor dem Ziel schloss er wieder zu den Favoriten auf. „Chapeau“, lobte auch RTBF-Kommentator Rodrigo Beenkens die auch mental starke Leistung des zweifachen Olympia-Siegers.
In Hautacam hatte Evenepoel nach etwa einem Kilometer jedoch erneut Schwierigkeiten und musste unter anderem den kurz darauf attackierenden Pogacar und Vingegaard ziehen lassen – bis zum Gipfel waren es zu diesem Zeitpunkt noch 13 Kilometer. Der Rückstand von Evenepoel auf die beiden Spitzenfahrer wuchs schnell an, fünf Kilometer vor Etappenende lag Evenepoel bereits 2:15 Minuten hinter Pogacar. Ins Ziel kam er 3:35 Minuten hinter dem Titelverteidiger und 1:14 Minuten hinter Vingegaard. In der Gesamtwertung belegt Evenepoel vor dem zweiten Einzelzeitfahren am Freitag nach wie vor den dritten Platz, verlor aber auch auf Verfolger Florian Lipowitz viel Zeit. (mn)
13. Etappe: Das steht am Freitag bei der Tour de France an
Auf der 13. Etappe der Tour de France am Freitag haben Titelverteidiger Tadej Pogacar und Co. am Freitag nur zwei Gegner: den Berg und die Uhr. Das kurze, aber extrem harte Bergzeitfahren über 10,9 Kilometer von Loudenvielle hinauf zum kleinen Flugplatz nahe Peyragudes ist etwas für die absoluten Kletterspezialisten. Besonders die Schlussrampe ist furchteinflößend - mit bis zu 16 Prozent Steigung haben die Fahrer zu kämpfen. Die Favoriten um den Tour-Sieg werden sich auf der Pyrenäen-Etappen ein erbittertes Duell liefern.
Der Zielbereich am Altiport, einem kleinen Berg-Flughafen, diente als Kulisse für den James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ mit Pierce Brosnan als 007-Agent aus dem Jahr 1997. Zuletzt war die Tour 2022 in Peyragudes zu Gast. Vor drei Jahren gewann Pogacar die 17. Etappe im Schlussspurt vor seinem dänischen Rivalen Jonas Vingegaard.


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