Am Mittwochabend war gegen 18 Uhr in unmittelbarer Nähe der gigantischen Haupttribüne des Festivals (45 Meter hoch, 160 Meter breit) ein Feuer ausgebrochen. Innerhalb kürzester Zeit stand die gesamte Main Stage in Flammen und wurde dabei vollständig verwüstet. Wie auf Fotos und Videos der Nachrichtenagentur „Belga“ zu sehen ist, blieb nur noch das Grundgerüst der Bühne übrig.
Auch ohne Main Stage, an der das Tomorrowland-Team seit rund zwei Jahren in kompletter Eigenregie gearbeitet hatte, soll das Festival mit insgesamt fast einer halben Million Besucherinnen und Besuchern aus der ganzen Welt am Freitag starten. Das betonte Sprecherin Debby Wilmsen zumindest am Donnerstagabend bei einer kurzen Pressekonferenz.
Keine 24 Stunden später stand – auch mit Blick auf die Sicherheit der Besucher und Künstler – erneut die große Frage im Raum: Kann Tomorrowland in diesem Jahr wirklich stattfinden? Große Teile der Hauptbühne seien instabil und daher einsturzgefährdet, erklärte Feuerwehrsprecher François Van den Eynde. Am Vorabend seien rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, am Freitagmorgen wurde die Bühne von Experten untersucht. Auch der inzwischen teilweise begonnene Abbau gestalte sich schwierig – die Bühne sei ein „verflochtenes Gerüst aus verbogenen Metallteilen – ähnlich wie bei Notre-Dame“.
Nächste Pressekonferenz wohl am Donnerstagabend
„Het Laatste Nieuws“ veröffentlichte indes eine E-Mail, die an die Künstler und DJs verschickt worden war und in der Tomorrowland mitteilt, dass man intensiv daran arbeite, vor der Eröffnung des Festivals eine neue Hauptbühne zu errichten. Insgesamt sind 600 Auftritte unter dem Motto „Orbyz“ auf den verschiedenen Bühnen geplant. Zu den Top-Acts gehört auch Charlotte de Witte. Die Belgierin sollte am ersten Festivalwochenende sowohl das Eröffnungs- als auch das Abschluss-Set auf der Main Stage spielen.
Wilmsen wiederum verwies im Laufe des Tages auf Gespräche zwischen Festivalleitung, Feuerwehr, Brandexperten und lokaler Polizei. Die endgültige Entscheidung darüber, ob das Festival starten kann oder doch noch abgesagt werden muss, liegt bei Jeroen Baert, dem Bürgermeister von Boom.
Die VRT meldete am Nachmittag, dass das Festival wie geplant stattfinden kann und bezieht sich dabei auf „gute“ und nicht genannte Quellen. Diese Entscheidung soll wohl gegen 18 Uhr bei einer erneuten Pressekonferenz offiziell verkündet werden.
Auf das Campinggelände von Tomorrowland strömten am Morgen bereits fast 40.000 Besucherinnen und Besucher. (mn)


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