Während Swiatek der Schweizerin Belinda Bencic beim klaren 6:2, 6:0 nicht den Hauch einer Chance ließ, musste sich Anisimova gegen die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka in einem packenden Drei-Satz-Duell durchsetzen. Mit 6:4, 4:6, 6:4 krönte die 22-jährige US-Amerikanerin ihre kämpferische Leistung – und zeigte sich im Anschluss überwältigt: „Das fühlt sich nicht real an. Ich bin absolut gestorben da draußen. Ich weiß nicht, wie ich das geschafft habe.“
Anisimova warf nicht nur die Topgesetzte aus dem Turnier, sondern sicherte sich mit dem Finaleinzug auch einen Platz in der Weltspitze. Schon 2019 hatte sie als Teenager das Halbfinale in Paris erreicht, doch erst jetzt – nach einer längeren Auszeit wegen mentaler Belastung – scheint sie angekommen zu sein. „So viele Leute haben mich angefeuert. Ich möchte einfach Danke sagen“, sagte sie sichtlich gerührt.
Swiatek hingegen, derzeit Nummer vier der Welt, dominierte ihr Halbfinale von Beginn an. Auf dem für sie traditionell schwierigen Untergrund Rasen zeigte die Polin eine nahezu fehlerfreie Leistung. „Ich hätte niemals damit gerechnet, hier mal das Finale zu spielen. Ich bin super stolz“, so Swiatek. In nur 71 Minuten beendete sie Bencics märchenhafte Rückkehr, 15 Monate nach der Geburt ihrer Tochter, ins Rampenlicht des Tennis.
Für beide Spielerinnen ist es das erste Wimbledon-Endspiel ihrer Karriere – und ein Aufeinandertreffen mit besonderen Vorzeichen. Während Swiatek auf ihren sechsten Grand-Slam-Titel hofft, könnte Anisimova ihren ersten großen Coup landen. Neben der Venus Rosewater Dish winken drei Millionen Pfund Preisgeld.
Sabalenka hingegen musste eine bittere Niederlage hinnehmen. Sie verpasste die Chance, in diesem Jahr ihr drittes Grand-Slam-Finale zu erreichen – nach Endspielteilnahmen in Melbourne und Paris.
Das Damenfinale bildet am Samstag den Auftakt zum Finalwochenende in Wimbledon. Bei Temperaturen von rund 30 Grad hatte das Halbfinale Anisimova/Sabalenka zudem mit zwei medizinischen Zwischenfällen auf der Tribüne begonnen. Der sportliche Fokus richtete sich anschließend ganz auf eine Spielerin, die einst als Wunderkind gefeiert wurde – und nun mit 22 Jahren womöglich am Ziel ihrer Träume steht. (kupo/sid)

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