Königspaar in Chile gestrandet – Auch GrenzEcho-Redakteur Arno Colaris sitzt mit der Delegation fest

<p>Hier war das Königspaar bereit zum Abflug, doch daraus wurde nichts.</p>
Hier war das Königspaar bereit zum Abflug, doch daraus wurde nichts. | Foto: Photo News

Wie bereits beim Hinflug verzögert sich die Rückreise aufgrund eines technischen Defekts. Während das Königspaar, mehrere Ministerinnen und Minister sowie rund 30 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien bereits an Bord des Flugzeugs und zum Rückflug bereit waren, kam es zu einem Vorfall beim Manövrieren der Maschine: Der Reifen des Airbus wurde durch ein defektes Schleppfahrzeug beschädigt. Zwar ist der Schaden inzwischen repariert, doch der Flugzeughersteller Airbus muss das Flugzeug erst wieder offiziell als lufttüchtig freigeben. Der Rückflug wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Diese Video entstand während des Staatsbesuchs in Chile

Der Besuch in Chile war ohnehin von Anfang an von Pannen geprägt. Der Hinflug musste wegen technischer Probleme um 24 Stunden verschoben werden – damit fiel ein ganzer Programmtag weg. Dennoch konnte das belgische Königspaar in der verkürzten Zeit ein ambitioniertes Programm absolvieren: König Philippe traf in Santiago unter anderem mit den Präsidenten der chilenischen Parlamentskammern zusammen und erinnerte an die Aufnahme chilenischer Flüchtlinge durch Belgien nach dem Militärputsch 1973. Königin Mathilde besuchte die Kindereinrichtung Coaniquem sowie eine indigene Gemeinde in La Pintana.

<p>Der Reifen des Airbus wurde durch ein defektes Schleppfahrzeug beschädigt.</p>
Der Reifen des Airbus wurde durch ein defektes Schleppfahrzeug beschädigt. | Foto: Photo News

Ein Höhepunkt war der Besuch in der Europäischen Südsternwarte (ESO) in der Atacama-Wüste. Dort besichtigte das Königspaar unter anderem den Standort des im Bau befindlichen „Extremely Large Telescope“, das mit einem Spiegeldurchmesser von 39 Metern das größte Teleskop der Welt werden soll. Auch das von der Universität Lüttich geleitete Projekt „Speculoos“ wurde präsentiert.

<p>König Philippe bei seiner Ansprache an die anwesenden Delegationsteilnehmer</p>
König Philippe bei seiner Ansprache an die anwesenden Delegationsteilnehmer | Foto: Arno Colaris

„Die Königin und ich haben beschlossen, bei euch zu bleiben – in guter Absprache mit den Ministern“, sagte König Philippe zu allen, die in Antofagasta festsitzen. „Wir tun alles, um die Situation zu klären. Die Titanic ist noch nicht gesunken, wir bleiben an Bord“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. „Wir sind alle zusammen – egal, was passiert.“ Generalmajor Guido Hart, der als Chef des Militärhauses am Königspalast die Delegation leitet, betonte, dass alle Maßnahmen unternommen würden, um die Rückreise möglichst rasch zu ermöglichen.

Antofagasta, eine Stadt mit über 300.000 Einwohnern, liegt direkt an der Pazifikküste und gilt als Hauptstadt der Atacama-Wüste. In einem Hotel nahe der Küste wartet die Delegation nun auf neue Anweisungen. „Es fehlt einem an nichts, die Stimmung in der Delegation bleibt gut“, sagte Arno Colaris per WhatsApp-Anruf dem GrenzEcho. Die Delegation soll gegen 23 Uhr belgischer Zeit neue Informationen erhalten.

Übrigens: Eine Sitzung des Kernkabinetts der Föderalregierung ist am Freitagabend ohne Einigung zur Steuer auf Kapitalgewinne zu Ende gegangen. Eine neue Sitzung ist für Sonntag geplant. Zwar gab es Fortschritte bei den Gesprächen, doch fehlte die Einigung auch deshalb, weil Vizepremier Maxime Prévot (Les Engagés) wegen der Flugzeugpanne beim Chile-Staatsbesuch nicht anwesend sein konnte. Die Steuer auf Finanzgewinne belastet die Arizona-Koalition schon länger und blockiert Gespräche über weitere Dossiers. Sie soll ab 2026 jährlich bis zu 500 Millionen Euro einbringen.

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