Affront zum Abschied: Trump verlässt G7-Gipfel vorzeitig

<p>US-Präsident Donald Trump in Kananaskis</p>
US-Präsident Donald Trump in Kananaskis | Foto: Michael Kappeler/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den G7-Gipfel in Kanada wegen der Nahost-Krise überraschend verlassen und Rätsel aufgegeben über das weitere Vorgehen Amerikas. Trump keilte unmittelbar nach seinem Abschied mit einem Social-Media-Post gegen seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron und erklärte, dass er nicht nach Washington zurückreise, um eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran zu erreichen, sondern „etwas viel Größeres“. Was er vorhat, sagte er allerdings nicht. Macron hatte vorher den Eindruck erweckt, als wolle sich Trump um eine Waffenruhe bemühen.

Der zweite Tag des Treffens der Staats- und Regierungschefs wirtschaftsstarker westlicher Demokratien in den Rocky Mountains findet nun ohne Trump statt. Und der Gipfel wird zu Ende gehen, ohne dass in zentralen Themen wie dem Umgang mit Russland und dem Zollstreit zwischen der EU und den USA Fortschritte erzielt wurden. Kurz vor der Abreise einigte sich die Gruppe immerhin noch auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg zwischen dem Iran und Israel.

Hintergründe der Abreise sind unklar

Die Ankündigung von Trumps Abreise kam völlig überraschend, und die genauen Umstände seiner Entscheidung blieben zunächst im Dunkeln. Der Präsident werde nach Washington zurückkehren, um sich „um viele wichtige Angelegenheiten zu kümmern“, teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt am Montagabend (Ortszeit) mit. „Es wurde viel erreicht, aber wegen der Ereignisse im Nahen Osten wird Präsident Trump heute Abend nach dem Abendessen mit den Staatschefs abreisen.“

Bedeutet das nun, dass die USA militärisch in den Konflikt zwischen Israel und den Iran eingreifen? Oder geht es darum, zu einer Verhandlungslösung zu kommen? Das blieb zunächst offen. Die G7-Partner traf die Ankündigung der Abreise jedenfalls unvorbereitet.

Macron äußert sich positiv zu US-Bemühungen

Als Affront für die G7 wollte das aber zunächst niemand der Zurückgebliebenen werten. Im Gegenteil: Frankreichs Präsident Macron äußerte sich demonstrativ positiv zu den US-Bemühungen um ein Ende des Krieges zwischen Israel und dem Iran. Wenn die Vereinigten Staaten einen Waffenstillstand erreichen könnten, sei das eine sehr gute Sache, sagte er.

Wenig später dürfte diese positive Haltung zumindest in Verwunderung umgeschlagen sein. Der „öffentlichkeitsheischende“ französische Präsident habe fälschlicherweise behauptet, er reise nach Washington zurück, um an einer Waffenruhe zu arbeiten, schrieb Trump kurz nach dem Einstieg in die Regierungsmaschine Air Force One auf der Plattform Truth Social.

„Er hat keine Ahnung, warum ich jetzt auf dem Weg nach Washington bin, aber es hat sicherlich nichts mit einer Waffenruhe zu tun“, schrieb Trump dort weiter. Macron liege immer falsch.

Trump startete mit einer Provokation in den Gipfel

Nachdem schon die Abreise ein Dämpfer für die G7-Runde war, machten diese Worte den Abschied zumindest zu einem Eklat zwischen Trump und Macron. Und in den wenigen Stunden, die Trump vor seiner Abreise am Gipfel teilgenommen hatte, war es schon nicht so richtig gut gelaufen für die G7. Der US-Präsident startete mit einer Provokation in das Treffen und bedauerte den Ausschluss Russlands aus der Staatengruppe als „großen Fehler“. Putin war 2014 nach der Annexion der ukrainischen Krim aus der damaligen G8 geworfen worden. Seine Rückkehr gilt seitdem für die Europäer als undenkbar - erst recht nach der Invasion in die Ukraine 2022.

Keine Fortschritte bei Russland-Sanktionen und Zöllen

Zu den von den Europäern dringend geforderten neuen Sanktionen gegen Russland äußerte sich Trump eher abweisend. „Vergessen Sie nicht, dass Sanktionen uns eine Menge Geld kosten“, betonte er. „Wenn ich ein Land sanktioniere, kostet das die USA eine Menge Geld.“

Auch bei einem anderen für die Europäer wichtigen Themen gab es keine Fortschritte. Der erbitterte Zollstreit zwischen der EU und den USA wurde bei Trumps Treffen mit Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gar nicht erst angesprochen

Versöhnliches Signal vor der Abreise

Als versöhnliches Zeichen kann allerdings gewertet werden, dass die G7 sich dann doch noch auf eine gemeinsame Erklärung zur Eskalation im Nahen Osten verständigen konnte. In dem Text wird der Iran als „die Hauptquelle regionaler Instabilität und des Terrors“ bezeichnet und Israels Recht auf Selbstverteidigung betont. Weiter erklären die Staats- und Regierungschefs der G7, man habe stets unmissverständlich klargestellt, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe.

Schon einmal hatte Trump nach einem G7-Gipfel in Kanada mit einer Social-Media-Botschaft aus dem Flugzeug für Aufruhr gesorgt, damals allerdings noch weitaus gravierender: 2018 hatte der US-Präsident in seiner ersten Amtszeit eine mühsam ausgehandelte Gipfelerklärung auf dem Rückflug nach Washington für nichtig erklärt - ein bisher einmaliger Vorgang und bis heute ein traumatisches Erlebnis für die G7. Die Gruppe besteht aus den Staaten USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan. Zudem ist die EU mit dabei.

Da waren es nur noch sechs

Am zweiten Gipfeltag schrumpft die G7 nun also zur G6 - und Trump ist bei einem wichtigen Termin nicht mit dabei: einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Auch mit den Gästen der G7 aus Mexiko, Indien, Südafrika, Indonesien oder Südkorea wird der US-Präsident nicht zusammentreffen. Unklar war am Abend noch, welche gemeinsamen Erklärungen nun noch verabschiedet werden.

Der Gipfel wird jedenfalls ziemlich sang- und klanglos zu Ende gehen. Das Signal der Einigkeit, dass sich viele erhofft hatten, kommt nicht. Es bleibt eher ein Gefühl großer Ungewissheit – für die Lage im Nahen Osten und die Zukunft der G7. (dpa/calü)

Kommentare

  • Wenn Trump Präsident Macron als “öffentlichkeitsheischend” betitelt, scheint er sich wohl in ihm nur zu spiegeln, denn gibt es einen größeren “öffentlichkeitsheischenden” Egomanen als Trump? Wohl kaum.

    Trump ist völlig unzurechnungsfähig, intellektuell unterbelichtet und ungebildet, ohne jegliche Sozialkompetenz, der weder ein politisches Konzept, noch eine positive Vision über die politische Zukunft seines Landes noch der Welt hat.

    Es geht Trump immer nur um… Trump und in erster Linie um seine finanziellen und narzisstischen Interessen.

    Wenn diese Erkenntnis mittlerweile seit seiner Amtseinführung auch zur Normalität “gereift” ist und man sich bei ihm über rein gar nichts mehr wundert, da zudem seine Entscheidungen die Halbwertzeit einer Eintagsfliege haben, überrascht nur noch, wie diese humanoide Abrissbirne in seiner Dekadenz es schafft, sich immer noch mehr in seinem Wahnsinn und seinem soziopathischen Amoklauf zu übertrump(f)en.

    Es gibt in der Geschichte politischer Führer eine ganze Reihe verabscheuungswürdiger Gestalten. Trump reiht sich hier nahtlos ein. Nicht in die erste Liga der Massenmörder, Volksverräter und Diktatoren. Bei den demokratieverächtenden, kriminellen und dummschwätzenden neuzeitlichen Autokraten steht er unbestritten griesgrämig auf dem Podest.

  • Hat da ja wohl wieder einmal zu viele Deutsche Nachrichten propaganda gehört

  • Es erübrigt sich, an dieser Stelle die Einschätzung der internationalen Medien und der Presse zu Donald Trump, seiner Vita und seiner erratischen Politik aufzulisten. Wohl alles… Propaganda.
    Wer allerdings an den Lippen von Karoline Leavitt hängt, sich gerne auf die Couch des FOX-Frühstückfernsehens setzt oder der Armada an Trump-Schleimern lauscht, mag zu einer „propagandafreien“ Sicht auf diesen vorbildhaften Demokraten gelangen.

  • Man informiert sich auf Sender die wirklich frei berichten dazu gehört Fox und Co bestimmt nicht

  • Herr Leonard, bitte schreiben ab jetzt unter alle ihre Kommentare folgenden Satz:
    "Schaut her, ich bin der moralisch Überlegene, weil ich alles politisch korrekt formuliere und andere maßregele."
    Danke für Ihre Einsicht. ;-)

  • Herr Scholzen, merken Sie eigentlich, dass Sie mit Ihrem Kommentar genau das tun, was Sie Herrn Leonard vorwerfen - nämlich den anderen vorschreiben, was sie zu schreiben und denken haben...?

  • Hallo aber Herr Scholzen sieht das richtig ,das ist der sehr grosse unterschied

  • Hallo hat schon jemand sich die 260 Traktate der Eu besorgt und gelesen dann Trump ein Waisenkind was er mit dem Volk macht .Diese sind sehr schwer zu finden ,nur in Länder der EU zu sehen die laut EU Unrechtstattlich.bezeichnet werden

  • Nun Herr Schmetz, ich hätte da zwei Bitten an Sie:

    - Könnten Sie einige Nachrichtenquellen nennen, "die wirklich frei berichten" und gleichzeitig erklären, nach welchen Kriterien Sie deren Unabhängigkeit beurteilen?

    - Könnten Sie Näheres zu den in Ihrem letzten Kommentar erwähnten "260 Traktaten der EU" bringen und die Länder aufführen, die die EU als "Unrechtstattlich" [sic] bewertet?

  • Hallo Herr Schleck
    Dieser Sender wird nicht Staatlich und Politisch unterstützt und gibt Nachrichten ungefärbt am Volk von Der Arbeit der EU was hier kein Sender aussprechen tut .Also dieser Sender wird nur nur von Sender von Volk unterstützt also freie berichte Senden Sie natürlich Nachrichten mit Übersetzung an
    TV Republika.pl

  • @Alexander Hezel - Dienstag 24 Juni 2025, 11:14
    1. Ich halte nichts von Moral in der Politik, genannt "Haltung". Politik hat keine Moral.
    2. "politik korrekt etwas formulieren???" das würde meinen Ruf als Kommentator schädigen
    3. "maßregeln???" Als Linker meint ihr wohl Wasser predigen aber den Wein selber saufen? Nee, nix für mich.

  • Na, dann übersetzen Sie mal...

  • Hallo Herr Schleck zu Ihrer Information noch
    wPolityce.pl
    niezalezna.pl
    Dann mit übersetzer alles lesen

  • Ein wenig Internet-Recherche führte zu folgender Einschätzung:

    - TV Republika ist kein neutrales Nachrichtenmedium, sondern eindeutig als kanalisiertes Instrument der PiS‑Partei zu verstehen, mit deutlich konservativ-nationalliberaler, teilweise provozierender Agenda, u.a. auch durch die Verbreitung von Verschwörungstheorien.

    - wPolityce.pl ist ein bedeutendes Sprachrohr der nationalkonservativen, PiS-nahen Strömung. Es verbindet journalistisches Angebot mit aktivistischer, kampagnenartiger Ausrichtung, stets mit Betonung konservativer Werte, nationaler Souveränität und kritischer Haltung gegenüber EU und (ehemals) Opposition.

    - Niezależna.pl ist ein rechtsgerichtetes, konservativ-nationalistisches Online-Portal, das sich eng an die Ideologie der PiS‑Partei und die katholisch‑konservative Wertewelt anlehnt. Die Inhalte richten sich vor allem an LeserInnen mit nationalkonservativen und religiös-traditionellen Überzeugungen.

    Die… Propagandamedien der rechtskonservativen PIS-Partei und ihrer Ideologie in Polen sind also die Leuchttürme journalistischer Unabhängigkeit und Objektivität?

    Klingt wirklich überzeugend…

  • Herr Leonard das liefern Sie die Beweise haben Sie nur eine Verbindung zu Polen zum Land wenn nicht ? Ich habe Verbindung zu Polen und sie kennen nur die Deuzsch Haas politik zur Pis und der Premier dort jetzt kennen sie diesen der Diktatur jetzt jeden Tag eine neue Vernichtung Polens das ist VDL Freund dafür keine Meldungen hier nur Lügen bis man des Märchen glaubt vie Sie LG

  • Herr Leonard wo will die Pis das Geld für diese Sender hehr holen Diktatur Tusk hat dieser Partei alle stattliche Förderung eingestellt Sie Schauer sind Sie schon auf polnischen Boden gewesen wiesen Sie das die böse unrechtsstattliche PIs zu viel von der so guten Deutschen EU sagte was beschlossen wird zu ihre immer höheren Steuer ,sie wollte sogar das die kontrollose Eu Kontrollen über ihre Machenschaften bekommt und wieviel Russland Einfluss auf Politiker hat und wenn Dreck anhängt Immunität weck und verurteilt wie nochmals Bürger das ist der EU ja unangenehm gewesen also alles abgelehnt und angenehme Partei Pis sind dann böse und Unrechtstattlich und Kommunisten sind aber die besten Demokratie Partei in ganz Europa.keine Liberalen Parteien unterdrücker wie DTusk das 10 Jahre harte gute für das Vork auf ein Jahr vernichtet hat .Und noch wiesen sie das die deutsche Bundespoliei schon unrechtmäßig deutsche Migranten einfach in Polen aussetzt das Volk der Deutschen Polizei Ihnen nachfährt in Polen ,ich habe es sch selber in Polen gesehen Sie wissen rein garnix

  • viel hin und her...bzgl Sommertheater, schreibt doch einfach über das ungeheuer von Loch Ness, das stimmt immer

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