Bislang ist der Schutzstatus des Wolfs auf EU-Ebene nicht geändert worden. Eine Entscheidung dazu liegt beim EU-Rat. Selbst im Falle einer Lockerung bleibt der Wolf jedoch durch den Berner Vertrag geschützt – auch wenn Eingriffe zur Begrenzung der Population dann erleichtert würden.
Christine Mauel betonte in ihrer Wortmeldung gegenüber Landwirtschaftsministerin Anne-Catherine Dalcq (MR), dass der „Schutz der Biodiversität nicht zu Lasten der Landwirtschaft und der Weidehaltung gehen“ dürfe. Die Zahl der Wolfsübergriffe auf Nutztiere sei beunruhigend gestiegen: von 27 Fällen im Jahr 2023 auf 71 im laufenden Jahr – mit insgesamt 133 getöteten Tieren, darunter Schafe, Rinder und auch ein Pferd. Christine Mauel wollte von der Ministerin wissen, welche Maßnahmen aktuell geprüft werden, um sowohl Prävention als auch Entschädigung im Schadensfall zu verbessern.
„Es kann nicht sein, dass Tiere nicht mehr auf die Weide dürfen.“
Die Ministerin verwies auf den in Überarbeitung befindlichen Wolfsplan für die Jahre 2026 bis 2030. Die Verwaltung halte eine künftige Population von bis zu 40 Rudeln bzw. 350 Wölfen in der Wallonie für realistisch. Diese Zahl sage jedoch wenig darüber aus, wie viele Wölfe tatsächlich mit einer aktiven Landnutzung vereinbar seien. Der bisherige Wolfsplan stamme aus einer Zeit, als es in der Wallonie noch keine Wölfe gegeben habe – allein das rechtfertige eine neue Strategie. Vor der Verabschiedung des neuen Plans werde eine Konsultation mit allen betroffenen Akteuren stattfinden, so Dalcq.
Christine Mauel begrüßte diese Ankündigung, forderte jedoch mit Nachdruck eine klare Garantie für den Erhalt der Weidewirtschaft. „Es kann nicht sein, dass Tiere nicht mehr auf die Weide dürfen und nur noch Stallhaltung möglich ist“, so die Regionalabgeordnete. Sie bezweifelte, dass Einzelprüfungen und Abschüsse von übergriffigen Wölfen allein ausreichen würden. Aus ihrer Sicht müsse auch die Begrenzung der Gesamtzahl an Wölfen möglich bleiben. Die Population wachse jährlich um rund 30 Prozent, erinnerte die liberale Politikerin. Zum Ende des neuen Wolfsplans könnten rund 100 Wölfe in der Wallonie leben – eine Zahl, die sie für zu hoch hält. „Ich werde das Thema weiter eng begleiten und mich für klare Grenzen beim Wolfsschutz einsetzen“, kündigte die Abgeordnete an. (red/nc)

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