Die Teilnahme des zuständigen DG-Ministers für Jugend und Sport an beiden Tagen im Brüsseler Europa-Gebäude unterstreiche nicht nur das innerbelgische Vertrauen in die Stimme der Deutschsprachigen Gemeinschaft, sondern auch deren wachsende Rolle in der europäischen Politikgestaltung. Die innerbelgische Vertretung erfolgt stets in enger Abstimmung mit den anderen Gliedstaaten – „ein gelebter Föderalismus“, wie es in der Pressemitteilung des Kabinetts heißt.
Auf den Jugendministerrat folgte der Sportministerrat.
Beim EU-Jugendministerrat stand das hochaktuelle Thema der Desinformation und digitalen Resilienz im Fokus. Der Minister betonte die zentrale Bedeutung, junge Menschen zu kritischen, informierten Bürgerinnen und Bürgern heranzubilden. „Digitale Resilienz entsteht durch Bildung, Jugendarbeit, Eltern und nicht-formales Lernen – aber auch durch Politik, die Strukturen schafft. Die Realität unserer Jugendlichen – online wie offline – verlangt gemeinsame europäische Antworten“, betont Gregor Freches.
Der Minister hob hervor, wie in Belgien ein gemeinschaftsübergreifender, sektorverbindender Ansatz verfolgt wird. Projekte wie „Mediawijs“, der „Conseil supérieur de l'éducation aux médias“ oder das Medienzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft fördern digitale Bildung und Medienkompetenz gezielt – auch unter Berücksichtigung sozial benachteiligter Jugendlicher.
Im Gespräch mit der finnischen Ministerin für Jugend und Sport, Sandra Bergqvist, wurde die Rolle nicht-formaler Bildung und europäischer Programme wie Erasmus+ betont. Auch die französische Seite – mit Frankreichs Sport- und Jugendministerin Marie Barsacq – zeigte großes Interesse an belgischen Modellen zur digitalen Jugendbildung.
Beim Sportministerrat am Dienstag betonte Minister Gregor Freches die Bedeutung der aktiven Einbindung von Athletinnen und Athleten in sportpolitische Entscheidungsprozesse. „Wer den Sport verbessern will, muss den Menschen im Sport zuhören – nicht nur Funktionären, sondern vor allem jenen, die ihn leben: den Athletinnen und Athleten“, unterstrich der Minister in seiner Rede. Die Debatte wurde durch die Anwesenheit einer herausragenden Sportlerin bereichert: Maja Włoszczowska, polnische Weltmeisterin im Mountainbike-Marathon (2003) und im Cross-Country (2010) sowie Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2008 und 2016. Als Mitglied der „IOC Athletes’ and Athletics’ Entourage Commission“ teilte sie ihre Perspektiven zur besseren Einbindung von Athletinnen und Athleten in Entscheidungsprozesse mit. Ihr Beitrag war ein starkes Plädoyer für mehr Athletenstimmen in der Sportpolitik Europas. Auch Belgien geht hier mit gutem Beispiel voran – etwa durch die Athletenkommission des Belgischen Olympischen Komitees oder die „Belgium Olympians Association“. Dennoch sieht Freches weiteren Entwicklungsbedarf, insbesondere was die strukturierte Vorbereitung der Athleten auf diese Rollen betrifft. (red/nc)

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