Digitales Schlachtfeld: Warum ich weiter auf Facebook kommentiere

<p>Das Logo der Plattform Facebook</p>
Das Logo der Plattform Facebook | Foto: Photo News

Die Antwort ist einfach: Weil ich Journalist bin und diesen Beruf sehr gerne mache. Ich bin überzeugt von Aufklärung, Debatte und Öffentlichkeit. Nein, ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Aber ich informiere mich. Und wenn ich schreibe, tue ich das mit Verantwortung. Ich wehre mich gegen Unfug, gegen Hetze, gegen das ständige Herabwürdigen von allem, was komplex ist. Kritik ist wichtig – aber nicht so. Sobald gewisse Themen aufkommen, brennt der Kommentarbereich unserer Facebookseite. Corona, Trump oder der Wolf – und schon geht es los mit den hitzigen Diskussionen, die mehr auf Emotionen als auf Fakten basieren.

Ja, ich bin immer noch auf Facebook – obwohl die Plattform ein toxischer Ort ist, ein Katalysator für Empörung. Unter manchen Beiträgen tut sich ein digitales Schlachtfeld auf, auf dem Fakten kaum noch eine Rolle spielen. Menschen kommentieren, ohne den Artikel gelesen zu haben. Sie werfen mit Großbuchstaben und Ausrufezeichen um sich, als wären das Argumente. Trolle, die provozieren, beleidigen – und sich dann als Opfer gerieren, wenn man ihnen widerspricht.

Warum antworte ich ihnen trotzdem? Weil ich nicht will, dass der öffentliche Raum ihnen überlassen wird. Weil Schweigen Zustimmung bedeutet, weil ich an die schweigende Mehrheit denke, die mitliest und sich fragt, ob das wirklich die gesellschaftliche Realität ist. Es geht nicht darum, den Troll zu überzeugen – das ist unmöglich. Es geht darum, Haltung zu zeigen, Fakten zu liefern und klarzumachen: Wir lassen uns den Diskurs nicht kapern. Das kostet Kraft. Aber wenn wir alle gehen, bleibt nur noch der Lärm. Deshalb bleibe ich und antworte. Nicht für die Trolle – sondern für alle anderen. Für die, die denken, lesen, abwägen. Und manchmal vielleicht auch leise nicken.

Kommentare

  • Ich bin nicht mehr oft auf Facebook oder sozialen Medien unterwegs. Es gibt nicht mehr viele Posts, die mich interessieren. Und wenn ich etwas finde, das mich anspricht, dann lese ich den Artikel und geh auch manchmal in den Kommentaren nach persönlichen Meinungen suchen. Doch, wie oben schon erwähnt, gibt es heutzutage sehr viele Trolls, Hater oder Neider in den weiten Welten des WWW. Menschen, die meinen, sie müssen bei jeder Gelegenheit ihren sinnlosen Senf dazugeben, meistens sogar nur um andere zu provozieren. Hat die Menschheit denn keine Hobbys mehr. Können die Leute denn nicht einfach weiterscrollen wenn etwas sie nicht interessiert?

    MfG, PJ

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