„Bestandsware“ kann Interessenten nur bedingt zufriedenstellen

<p>Da Meerblick zum teuren Mehrwert zählt, müssen Interessenten auf Angebote in zweiter und dritter Reihe zurückgreifen.</p>
Da Meerblick zum teuren Mehrwert zählt, müssen Interessenten auf Angebote in zweiter und dritter Reihe zurückgreifen.

Insgesamt zeigte sich der Markt für Appartements im Vorjahr an der Küste recht träge. Mit einem Rückgang der Verkäufe um 2,1 Prozent gegenüber 2023. Sicher kein brutaler Einschnitt, aber für eine Branche und für einen Landstrich, der über lange Jahre an stattliche Steigerungsraten gewöhnt war, schon ein unschönes Erwachen.

Damit nicht genug! Bereits in den zwölf Monaten zuvor, also bis zum 31. Dezember 2023, hatten die Zahlen ungewohnt stark nach unten gezeigt. Damals schlug der Rückgang bei den Transaktionen gar mit 19,6 Prozent zu Buche. Von daher zeigte sich der lokale Markt letztlich mit dem vorjährigen Trend „recht zufrieden“, wie es in einem Kommuniqué der Notare in Westflandern hieß. Zudem sollte, „im Rückspiegel“, nochmals auf die Hausse verwiesen werden, die zuvor die Pandemie an der Küste ausgelöst hatte. Die Preise waren in 2021/2022 unaufhaltsam gestiegen, die kaufwütigen Interessenten hatten den Notariaten die Türen eingerannt. Weshalb die letztjährige „Verlangsamung“ laut Fachleuten nur den Weg hin zur Normalisierung weist.

Ein Grund für die spürbar geringere Aktivität ist weiterhin das fehlende „Kontingent“ an neuen Appartements. So waren im Vorjahr lediglich 6,9 Prozent der verkauften Wohnungen in der Tat neu, wogegen alles andere unter „Bestandsware“ rangierte, hierunter einiges, das sichtbar in die Jahre gekommen war, da in manchen Fällen bereits zum dritten oder vierten Mal (weiter)verkauft. Zum Vergleich: Im letzten Jahr vor der Pandemie, also 2019, belief sich der Anteil an „Neuware“ auf 16,8 Prozent. Zwar gibt es weiterhin Investoren, die auf neue Residenzen setzen. Doch die Verteuerung auf dem Markt - gekoppelt mit den zwischendurch stark gestiegenen Zinsen für die eigenen Baukredite als Promotor - führte zu einer „Verschleppung“ der Projekte.

Weshalb der Markt vergeblich nach neuer Ware lechzt und selbst eine „Hochburg“ wie Knokke ein Minus von 1,3 Prozent bei den Transaktionen „einfuhr“.

Unverändert bleibt die finanzielle Heterogenität bei den aufgerufenen Preisen. So erfordert der Erwerb eines Appartements in Knokke, also im Norden der Küste, weiterhin die vierfache Investition gegenüber einer Wohnung im Süden, in De Panne. Ein Trend, der sich in den vergangenen fünf Jahren noch verschärft hat, heißt: das geografische Interesse potenzieller Käufer orientiert sich ganz klar zur so genannten „Ostküste“, dem Abschnitt zwischen Blankenberge und Knokke - mit einem preislichen Plus von sage und schreibe 48,3 Prozent in besagtem Zeitraum.

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