Hierzu gleich einige interessante Zahlen: Während neunzig Prozent der Eigentümer einer „résidence“ ihren Besitz an der Küste irgendwann erworben haben, haben die verbleibenden zehn Prozent ihr Haus in der Provinz Westflandern geerbt. Und für knapp ein Drittel dieser „résidents“ stellt das Hab und Gut in den zehn Küstengemeinden eine Investition und zugleich Absicherung dar.
Vor allem „bevölkern“ diese Eigentümer die insgesamt fünfundsechzig Kilometer Küste größtenteils das ganze Jahr über. Von den 27,3 Millionen Übernachtungen im Vorjahr gehen stattliche 46 Prozent auf das Konto der „Residenzler“. Ein zuvor nie erreichter Wert, der für die ungebrochene Attraktivität des Landstrichs zwischen De Panne, Koksijde, Nieuwpoort, Middelkerke, Ostende, Bredene, De Haan, Blankenberge, Zeebrügge und vor allem Knokke-Heist steht.
Sie residieren aktuell in 106.000 individuellen Häusern, hierunter der Großteil in flämischem Besitz (75 Prozent), gefolgt von Wallonie (13 Prozent) und Brüssel (6 Prozent), wogegen lediglich sechs Prozent der Anwesen in ausländischer Hand sind (vorrangig aus den Nachbarländern mit Luxemburg an der Spitze).
Nach letzten Erhebungen durch Westtoer, Tourismusagentur von Westflandern, ist ein Ferienhaus in den zehn Gemeinden in 87 Nächten im Jahr „belegt“, hierunter 74 Nächte von den Eigentümern selbst, während sie das Anwesen für die übrigen 13 Nächte Nutzern aus dem Familien-, Freundes- oder Geschäftskreis „überlassen“.
„Eigenbelegung“ in 74 Nächten im Jahr
Lediglich sieben Prozent der Eigentümer setzen in der Zeit, wo sie das Anwesen selbst nicht nutzen, auf zusätzliche Einnahmen durch Vermietung (meist in Eigenregie, weniger über Agenturen).
Es wird sicher nicht überraschen, dass die Zweitwohnsitze vor allem während der klassischen Sommerferien, sprich: in Juli und August, stark beansprucht sind. Bei einer Quote, die Jahr für Jahr über sechzig Prozent liegt und meist recht stabil bleibt.
Nahezu alle Eigentümer reisen nach wie vor mit dem Auto an, lediglich sechs Prozent setzen auf andere Verkehrsmittel. Auch um an ihrem Domizil „extra muros“ möglichst mobil zu bleiben. Denn es sind gerade mal elf Prozent der Bewohner, die sich während ihres Aufenthalts „nicht vom Fleck bewegen“.
Und… In den vergangenen zwanzig Jahren haben gerade mal acht Prozent den lokalen Standort gewechselt, also hier verkauft, dort erworben. Aus Gründen, die vielfach durch die (ungünstigere) Lage des vorherigen Anwesens im Ort und durch das ganzjährige Serviceangebot motiviert waren. Also letztlich sehr individuell gewichtete Kriterien.
Bliebe zum Schluss noch eine interessante Zahl… Von den derzeitigen Eigentümern „auf Zeit“ trägt sich knapp ein Viertel mit der Absicht, in späteren Jahren definitiv an ihrem Küstenstandort ansässig zu werden.
43 Prozent des Jahresumsatzes
reibt sich der lokale Handel zwischen De Panne und Knokke zweifellos die Hände… Denn die „résidents secondaires“ zählen seit jeher zu den wichtigsten, da zahlungskräftigen und zahlungswilligen Konsumenten an der belgischen Küste. Im Schnitt gibt ein solch zeitweiliger Bewohner 67 € pro Person pro Nacht aus. Heißt: Beachtliche 11 € mehr als der Mieter eines Hauses und/oder Appartements. Eckpunkte dieses Budgets sind Restaurant, Einkäufe, Terrassen- und Café-Besuche sowie Shopping (vorrangig Lifestyle, sprich: Mode und Kunst). Hinzu kommen - im Nachgang zum Erwerb im mitunter siebenstelligen Bereich - durchschnittlich nochmals 8.000 € an jährlichen Kosten für den Unterhalt des Anwesens. In großem Maße Geld, das dem lokalen Gewerbe zufließt, primär Handwerk und Gartenbau. Vielschichtige Ausgaben, die sich in der Summe der Segmente im Vorjahr auf 1,7 Milliarden € addierten. Und damit 43 Prozent des Gesamtumsatzes während zwölf Monaten an der Küste ausmachten. Ein Wirtschaftspotenzial, das bestenfalls abhängig vom Wetter leichten, wenngleich wahrnehmbaren Schwankungen unterliegt.

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