Meakusma lädt zum düsteren Konzertabend am Karfreitag ein

<p>Gespielt auf zwei Zithern, elektronischen Drums und Bass und in Kombination mit den walisischen Vocals erschafft Tristwch y Fenywod einen einzigartigen, keltischen Darkwave-Sound.</p>
Gespielt auf zwei Zithern, elektronischen Drums und Bass und in Kombination mit den walisischen Vocals erschafft Tristwch y Fenywod einen einzigartigen, keltischen Darkwave-Sound. | Foto: Veranstalter

Das walisischsprachige Gothic-Avant-Rock-Kollektiv überzeugte nicht nur mit seinem Debütalbum Kritiker und Zuschauer, sondern wird auch für seine Live-Auftritte gefeiert. Außerdem nimmt die transmediale Künstlerin, Komponistin und Vokalistin Rosa Anschütz gemeinsam mit dem Londoner Duo Tennota die Besucher mit auf eine meditative und lyrische Reise. Musikalisch umrahmt werden die Konzerte von DJ-Sets des Eupener Duos Red Sofa Radio.

Wurzeln in der Underground-Szene

von Leeds

Sirenenhafter Gesang, martialische Rhythmen, mystische Saiten-Klänge: die übernatürliche Klangwelt, die Tristwch Y Fenywood entwerfen, könnte als Soundtrack eines okkult-feministischen Goth-Märchens dienen. Aus den Tiefen der experimentellen Underground-Szene von Leeds hervorgegangen, vereinen Gwretsien Ferch Lisbeth, Leila Lygad und Sidni Sarffwraig ihre Kräfte zu einer eindringlichen, emotionalen Musik, in der Sprache und Melodie zu einer fesselnden Einheit verschmelzen. Gespielt auf zwei Zithern, elektronischen Drums und Bass und in Kombination mit den walisischen Vocals erschafft Tristwch y Fenywod einen einzigartigen, keltischen Darkwave-Sound. Überraschend ist dabei jedoch, wie euphorisierend ihre Musik wirkt.

Tristwch Y Fenywood schaffen es, dem Ganzen eine gewisse Verspieltheit zu verleihen, die Optimismus und Spaß verströmt. Dieser nur scheinbare Widerspruch kommt vielleicht daher, dass die Band sich auf sehr organische Weise mit kontrastreichen Lebensrealitäten beschäftigt. Die walisische Tradition auf der einen Seite, das Leben in einer modernen queeren und alternativen Gemeinschaft auf der anderen Seite. Die Bandmitglieder fanden durch ihre gemeinsame Erfahrung zueinander, sich nicht in die traditionelle Kultur einzufügen. Diese Verbindung führte zur Gründung von Tristwch Y Fenywod und zur Entscheidung, ausschließlich auf Walisisch zu singen – einer Sprache, die sie als märchenhaft und geheimnisvoll beschreiben. Dadurch konnten die Bandmitglieder eine persönliche Beziehung zu einer ganzen Gemeinschaft alternativer Menschen aufbauen und ihnen viele verschiedene Perspektiven darauf geben, was es bedeutet, walisischsprachig und eine alternative Person in dieser Kultur zu sein.

Tennota & Rosa Anschütz eröffnen den Konzertreigen.

Nachdem alle Mitglieder schon in vielen anderen Projekten Erfahrung gesammelt hatten, entstand mit dem neuen Projekt schnell etwas Substanzielles: Nach nur zehn Live-Auftritten und einer Demoaufnahme erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum, welches von Kritikern hochgelobt und als „eines der besten, eigenartigsten Alben des Jahres“ bezeichnet wurde.

Eröffnet wird der Konzertabend durch Tennota & Rosa Anschütz. Die transmediale Künstlerin, Komponistin und Vokalistin bettet ihre zwischen Gesang und Spoken Words pendelnde, verhallte Stimme in Soundstrukturen ein, die sie mit Gitarre, Bass, Drum Machine und modularem Synthesizer erzeugt. Dadurch schafft sie ein sakrales, düsteres Ambiente, das an Nico, der Sängerin von The Velvet Underground (Andy Warhol, Lou Reed) erinnert.

Ihr aktuelles Album „Interior“ ist das bisher introspektivste und verletzlichste. Ein aufschlussreiches und kraftvoll gestaltetes Werk, das in sich eintaucht, gleichzeitig aber auch nach außen drängt.

Als transmediale-Künstlerin achtet Rosa stets darauf, ihren Projekten einen visuellen Rahmen zu geben, was ihren Konzerten eine zusätzliche Dimension verleiht. Begleitet wird Rosa Anschütz beim Konzert in Eupen vom Londoner Duo Tennota. Dahinter stecken Tom Wheatley und Grundik Kasyansky, die mit primären Materialien arbeiten – Darmsaiten, Sinuswellen, Baumsäfte, Feedback – und sie mit zeitgenössischen Technologien verbindet. Sie verschmelzen Anschütz‘ meditative Stimme und Musik mit rhythmischer Komplexität und verleihen dem Ganzen etwas Mantrahaftes. Das Konzert findet im Rahmen der Release-Tour zu ihrem gemeinsamen Album „Tornamented Walls“, welches im April auf Meakusma erscheint, statt.

Umrahmt werden die Konzerte durch DJ-Sets des Duos Red Sofa Radio. In ihrer monatlichen Sendung beim Gemeinschaftsradio Studio Néau spielen die Vinyl-Liebhaber Tim und Joe einen breiten Mix aus Hip Hop, Post-Punk, Alternative, Wave, Shoegaze und anderen Sounds, die zwischen Underground und Pop pendeln. (red/mcfly)

www.meakusma.org; Galerie vorn und oben,
Katharinenweg 15a, 4701 Kettenis, Beginn: 20 Uhr, Tickets kosten im Vorverkauf zwölf Euro, an der Abendkasse 15 Euro.

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