Die Veranstaltung „Mach dat Ding aus!“ sei ein wichtiger Schritt, um auf die konkreten Herausforderungen aufmerksam zu machen, die durch die „unkontrollierte Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen entstehen“, heißt es in einer Mitteilung der CSP-Fraktionsvorsitzenden im Parlament der DG (PDG), Steffi Pauels. Dabei sei nicht nur auf die Risiken hingewiesen, sondern auch nach Lösungen gesucht worden, „die den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt sicherstellen“, heißt es in dem Schreiben. Der Themenabend habe der ehrlichen Auseinandersetzung gedient mit einer digitalen Realität, die längst Einzug in unser Familienleben gehalten habe. Silke Müller, Schulleiterin, Bestsellerautorin und Digitalbotschafterin, berichte aus jahrelanger schulischer Praxis „über die konkreten Gefahren unkontrollierter Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter“, so Steffi Pauels. Ihre Perspektive sei nicht ideologisch oder theoretisch, sondern basiere auf täglichen Erfahrungen, wissenschaftlich fundierten Analysen und zahlreichen dokumentierten Einzelfällen. Daher müsse die Situation ernstgenommen werden, „um den Sorgen der Familien gerecht zu werden, die tagtäglich mit den Herausforderungen der digitalen Welt für Kinder und Jugendliche konfrontiert sind“.
Weiter heißt es: Studien der EU-Kommission, WHO, klicksafe und aus der JIM-Reihe belegten, dass bereits Grundschulkinder Zugang zu verstörenden Inhalten erhielten, dass Cybermobbing, sexualisierte Gewalt in Chats, algorithmische Manipulation und Suchtverhalten zum Alltag gehörten und dass viele Eltern und Schulen damit überfordert seien. Wer diese Tatsachen ignoriere und gleichzeitig den Ruf nach stärkerer Regulierung großer Technologiekonzerne als „Populismus“ oder gar als „Entmündigung“ bezeichne, verkenne die Realität und verlagere die Verantwortung einseitig auf die Eltern, die diese allein kaum noch tragen könnten, so die CSP-Politikerin. Es gehe nicht um Pauschalverbote oder Panikmache. Es gehe um verantwortungsvolle Leitplanken für eine digitale Welt, in der Kinder und Jugendliche geschützt aufwachsen können. Altersgrenzen, verpflichtende Schutzmechanismen, Transparenz und digitale Bildung seien kein Angriff auf die Freiheit, sondern ihre Voraussetzung. Auch der Kindersitz im Auto sei eine Einschränkung, die Leben rette und kein Symbol staatlicher Bevormundung.
Die Forderung von Silke Müller, die Konzerne stärker in die Verantwortung zu nehmen, sei „wichtig und richtig“ und werde von vielen politischen Stimmen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene unterstützt. Auf EU-Ebene seien ähnliche Vorschläge bereits in der Diskussion und auch auf föderaler Ebene in Belgien setze sich die Ministerin für Digitalisierung, Vanessa Matz (Les Engagés), für entsprechende Maßnahmen ein.
„Wir stehen hinter dem Appell, die digitale Kindheit nicht sich selbst zu überlassen, sondern als Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Die Aufgabe der Politik ist es, nicht zuzusehen, sondern zu handeln“ heißt es in der Mitteilung abschließend. (red/kupo)

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