Wunsch nach eigenem Wohnraum rückt für viele in weite Ferne

<p>Ihr Mandat bei Embuild trat Astrid Convents formell Ende November an – in der Nachfolge von Michel Thérer.</p>
Ihr Mandat bei Embuild trat Astrid Convents formell Ende November an – in der Nachfolge von Michel Thérer.

Bei Embuild Verviers/Ostbelgien ist Astrid Convents die erste Frau an der Spitze der Interessenvertretung, doch führen anderswo in der Wallonie noch weitere Kolleginnen zwei der zehn Lokalverbände. Zudem liegen die Aufgaben der nationalen Generaldirektion in femininer Verantwortung.

Dennoch… Der Frauenanteil im Bausektor „bleibt überschaubar“. Selbst wenn die Quote zuletzt auf rund ein Fünftel gestiegen ist, konkret: 22 Prozent. Vorrangig im administrativ-technischen Bereich, wogegen der Anteil unter den qualifizierten Arbeitern gerade mal knapp über die Marke von einem (!) Prozent geklettert ist.

Der zeitliche Aufwand der neuen Embuild-Vorsitzenden („wohlgemerkt, eine ehrenamtliche Funktion“) war jetzt zu Beginn schon recht hoch, u.a. durch Medienanfragen oder durch die Abstimmung mit dem Personal am Standort, weshalb sie in dieser Zeit schon mal häufiger zwischen Eupen und Verviers pendelte. „Im Vergleich zur Distanz für Eifeler Unternehmer letztlich aber nur ein Katzensprung.“ Zudem unterliegt die zeitliche Beanspruchung durchaus saisonalen Schwankungen.

Zu den prägenden saisonalen Momenten für die Branche zählte in der Vergangenheit vor allem auch Batibouw. Eine Fachmesse, die in der Zwischenzeit spürbar an Bedeutung eingebüßt hat, „selbst wenn sie mit ihren Neuheiten für uns ein spannendes Schaufenster bleibt“.

Nur sei es „in digitalen Zeiten längst nicht mehr so, dass ein Interessent partout nach Brüssel fahren muss, um finale Produktinfos zu seinem Bauvorhaben einzuholen“, weiß Astrid Convents um den „heute hohen Informationsstandard der Kunden“.

Wichtig bleibt die Messe jedoch als Input, der „auch den politischen Blick verstärkt auf die Baubranche als Gradmesser für die Wirtschaft allgemein richtet“. Nicht zuletzt durch diverse Erhebungen.

Dass der Belgier in seinen Bau- und Wohnideen eher klassisch-konservativ „unterwegs“ ist, belegt eine frische Studie. Demnach optieren 42 Prozent für ein Haus „vier Fassaden“, gefolgt von 35 Prozent für Appartements und 21 Prozent für ein Haus „drei Fassaden“. Die Reihe beschließen nicht unerwartet die Interessenten für ein Reihenhaus („zwei Fassaden“) mit 14 Prozent. Womit auf der Hand liegt, dass alternative Wohnformen wie Tiny House oder Co-Housing auf dem belgischen Markt (bisher) kaum Chancen haben.

Auch würden gerne 82 Prozent über eigenen Wohnraum verfügen, ob Haus oder Appartement. Aber drei Viertel unter ihnen sehen sich zumindest derzeit finanziell nicht in der Lage zu diesem Schritt.

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