Eine Premiere, die „für mich als Unternehmerin zugleich Ehre und Pflicht“ ist. Und in den nächsten drei Jahren neben der Tätigkeit im eigenen Traditionsbetrieb in Eupen (in dritter Generation) durchaus einiges an Zeit und Energie erfordert, „die ich aber im Dienste der gemeinsamen Sache gerne aufwende“.
Wie sich Astrid Convents (mit heute 54 Jahren) im Übrigen bereits seit langem für die Belange ihrer Unternehmenssparte in diversen regionalen Gremien einbringt. So u.a. zwanzig Jahre im Wirtschafts- und Sozialrat (WSR) und zehn Jahre im Institut für Aus- und Weiterbildung (IAWM). Zwei Mandate, die sie aber bereits im Vorfeld ihrer Berufung zur Vorsitzenden bei Embuild abgegeben hatte - im Gegensatz zum Engagement bei der IHK, wo sie seit fünf Jahren dem Verwaltungsrat angehört.
Nur… Wie wird jemand Vorsitzende(r) von Embuild? „Mein Vater hat sich ja bereits im Verband engagiert. Von daher war ich schon früh mit diesem Thema in Kontakt.“ Weshalb sie vor einigen Jahren, als Kollege Frank Ganser mit diesem Ansinnen an sie herangetreten ist, „Bereitschaft signalisiert hat“.
Und so steht sie nun in der Nachfolge von bis dato fünf ostbelgischen Unternehmern - in der Person von Hubert Kniebs, Oswald Heck, Herbert Convents, Günther Leufgen und eben Frank Ganser (als Vorgänger des scheidenden Präsidenten Michel Thérer). Womit der Wechsel („im Idealfall“) zwischen deutsch- und französischsprachigen Unternehmen nunmehr erneut gegriffen hat.
Fünf Vorgänger aus Ostbelgien
Freilich wird der „erste“ Schreibtisch von Astrid Convents auch weiterhin beim eigenen Familienunternehmen in Eupen stehen. Denn zuständig für das Tagesgeschäft beim Verband (der vor einigen Jahren von der Rue du Palais in Verviers in neu errichtete Räumlichkeiten in der Avenue du Parc in der Industriezone Chaineux umgezogen ist) ist Direktor Paul-Philipp Hick mit einem zweisprachigen Team von acht Personen.
Ihre eigenen Aufgaben sieht die neue Vorsitzende („eine präzise Funktionsbeschreibung gibt es nicht“) vorrangig in der strategischen Ausrichtung der Interessenvertretung „am derzeit schwierigen Markt“ und in der nicht weniger fordernden Lobbyarbeit gegenüber der Politik.
Wobei ihr sogleich ein konkretes Beispiel in den Sinn kommt… „Seit über zwei Jahrzehnten gibt es den Tag der offenen Baustelle - aber es dauerte bis zum Vorjahr, ehe die Werbeträger endlich auch in deutscher Sprache verfasst wurden.“
Kurzum: „Auch oder gerade die Wahrnehmung im Dienste von Ostbelgien ist mir wichtig.“ Und ergänzt, dass „wir mancherorts weiterhin daran erinnern müssen, dass es uns gibt“. Gerade im fernen Brüssel „werden wir Deutschsprachige und unsere Belange schon mal gerne übersehen“.
Partner bei der Immo-Messe
Embuild Verviers/Ostbelgien ist auch bei der anstehenden Immobilienmesse in Eupen am 22./23. März in der Eventlocation im vormaligen Eupen Plaza wieder Premiumpartner der Organisatoren von GE-Media. Als Lokalverband, der seit der nationalen Umbenennung der „Confédération Construction“ die Bezeichnung „Ostbelgien“ offiziell im Standortnamen trägt. „In meinen Augen eine wichtige, da sichtbare Errungenschaft, die seit dem 1. September 2022 für die verstärkte geopolitische Identifikation und geografische Verankerung steht“, so Astrid Convents. In der Partnerschaft mit der I.M.O sieht Embuild seine Rolle vorrangig in der eigenen Visualisierung als Partner der lokalen Mitglieder, von denen etliche auch bei der Messe selbst Flagge zeigen. Eine Präsenz „vor Ort“, die laut Vorsitzende umso bedeutender ist, da die Herausforderung des Verbandes u.a. darin liegt, sich als einziger auf seinem Gebiet einer unterschiedlichen Gesetzgebung gegenüberzusehen. Aufgrund der ständig gewachsenen Zuständigkeiten der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Themen wie Wohnungsbau, Raumordnung, Energie…

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