Geduld als neue Herausforderung

<p>Nach wie vor steht das Neubausegment (Appartements stärker als Häuser) auf wackeligen Beinen, da die Einschnitte der Vorjahre mancherorts zum selbstauferlegten Baustopp geführt haben.</p>
Nach wie vor steht das Neubausegment (Appartements stärker als Häuser) auf wackeligen Beinen, da die Einschnitte der Vorjahre mancherorts zum selbstauferlegten Baustopp geführt haben.

Wo liegen die Antworten auf die marktstrategische Frage, weshalb der Anteil an Neubauwohnungen in Belgien in fünf Jahren auf knapp die Hälfte sank? Hierunter in Brüssel ein schon historischer Rückgang auf kümmerliche 2,4 Prozent.

Was den landesweiten Schnitt erwartungsgemäß ordentlich „in den Keller zieht“. Und das zu einer Zeit, da gerade mit Blick auf zeitgemäße umwelttechnische und energetische Standards die Nachfrage nach Neuware ungebrochen hoch ist.

Ein entscheidender Grund dürfte der zwischenzeitlich starke Zinsdruck (gewesen) sein, der erst im vierten Quartal des Vorjahres zumindest erkennbar abgefedert wurde. Heißt: Nicht wenige Bauherren und/oder Promotoren haben ihre geplanten Projekte kurzerhand auf Eis gelegt, da zur ursprünglichen Kostenkalkulation kaum noch oder nicht mehr realisierbar.

In der Tat: Zwischenzeitliche fünf Prozent auf die veranschlagten Kreditlinien wirbeln die gesamte finanzielle Konzeption durcheinander (ganz besonders in Relation zu gerade mal ein Prozent vor vier, fünf Jahren, also bei Projektierung des Wohnraums). Die unmittelbare Folge: Dann sich lieber in Geduld üben und auf sinkende Zinsen spekulieren.

Ein weiterer Grund für den Rückgang liegt in der fehlenden Kundschaft. Wie zuletzt auch lokal-regional bei einigen Projekten der Fall. Die gesellschaftliche Mittelschicht, die bis vor zwei, drei Jahren im Kauf neuer Appartements mit nachfolgender Vermietung eine passende Geldanlage (oder auch Altersabsicherung) sah, ist irgendwie „abhandengekommen“. Denn bei den bekannt hohen Zinsen ist die Aussicht auf Rendite arg getrübt. Weshalb viele sich nach anderen „sicheren“ oder zumindest lohnenden Investitionen umsahen. Oder ihr Geld schlichtweg horteten - ebenso im Ausblick auf die Wiederkehr besserer Zeiten.

Nicht zuletzt dürfte die Aussicht auf deutlich gesenkte Registrierungsgebühren zum neuen Jahr (auf Antrieb der Regierung in Namur von 12,5 auf 3 Prozent) manchen möglichen Käufer im Vorjahr abgehalten haben. Eine These, die in den nächsten Monaten jedoch einer (politischen) Bestätigung harrt.

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