Gerade für ältere Bestandsimmobilien stagnieren die Preise - einerseits wegen der weiterhin recht hohen Zinsen (selbst wenn der Trend weiter nach unten weist), andererseits wegen möglicherweise in Zukunft anstehender energetischer Sanierungen.
Hierzu die übereinstimmende Erkenntnis von zwei namentlich nicht genannten Maklern in Ostbelgien. „Wer sich ein Haus kauft, überlegt sich das dreimal, wenn er den Eindruck hat, da könnten in Sachen energetischer Sanierung noch so einige Kosten auf ihn zukommen.“ Im Umkehrschluss heißt es: „Und Personen, die ihr Haus zeitnah veräußern möchten, unternehmen vorher in diesem Bereich oftmals nichts mehr - weil sie nicht wissen, ob sie das Geld für Investitionen später beim Verkauf wieder einspielen können.“
Die Folge: Gerade ältere Häuser trifft der Preisverfall besonders stark. In sieben von zehn Objekten fallen die Preise bei schlechten Energiewerten spürbar. Abhängig von der Energieeffizienzklasse, die von „H“ (nicht energiesparend) bis „A+“ (sehr energiesparend) reichen kann. Und da drücken vor allem die Werte unterhalb „D“ erkennbar den erhofften Preis.
Womit zugleich der langjährige Makler-Grundsatz „Lage, Lage, Lage“ mittlerweile anderen Kriterien Platz macht, hierunter vorrangig der mögliche technische und somit finanzielle Aufwand für eine angemessene energetische Sanierung. So sind in der Zwischenzeit moderne Heizungsanlage und hohe Energiestandards
Die Folge: Die hohen Kosten für Energiesanierungen (zu Lasten des Noch-Eigentümers) führen dazu, dass derzeit zahlreiche unsanierte Immobilien auf den Markt drängen. In Zahlen: Der Anteil von Immobilien der Klasse „H“ ist in den letzten zwei Jahren in der Wallonie um 3 auf nunmehr 12,5 Prozentpunkte gestiegen.
Von daher die Empfehlung von Expertenseite: Den anfallenden Sanierungs- und Modernisierungsbedarf sollten Kaufinteressenten bei solchen Immobilien (und ebenso bei der Klasse „G“) vorab möglichst präzise kalkulieren und entsprechend bei den Preisverhandlungen einsetzen. Hier bedarf es einer umfassenden Analyse des Ist-Zustandes, der letztlich das eigene Nachbesserungsbudget definiert.

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren