Der belgische Immobilienmarkt sucht händeringend nach Wohnraum, besonders nach Appartements. Im Zeitraum bis November (und somit faktisch im Jahrestrend) machte der Verkauf neuer Appartements lediglich 10 Prozent des Umsatzes aus. Zum Vergleich: 2023 lag dieser Wert noch bei 14,8 Prozent und vor fünf Jahren, also 2019, gar bei 22,1 Prozent. Wobei zugleich der Anteil junger Käufer hier um zwei Prozent unter der Quote beim Häuserkauf rangiert.
Ein maßgebender Grund für diese ungewohnt stark sinkenden Zahlen sind unbestritten die zwischendurch stark gestiegenen Zinsen, die nicht wenigen Bauherren und/oder Promotoren (teils auch in Ostbelgien) einen Strich durch die Rechnung mach(t)en.
Denn bei einem Zinsstand von circa vier Prozent und zeitweise gar mehr für den Bau von Wohnanlagen rechnet sich selbst für potente Investoren der Bau einer großflächigen Residenz kaum noch.
Und solche Pläne gab es vor der Inflationskrise und der nachfolgenden Zinserhöhung reichlich, besonders in Flandern. Weshalb sich in der Zwischenzeit zunehmend mehr Kaufinteressenten dem nach wie vor recht gut bestückten (aber leider auch erkennbar gealterten) Häusermarkt zuwandten. Und hier durchaus von einem erkennbaren Preisrückgang profitieren konnten.
Ein Grund für das (zwischenzeitlich) rückläufige Kaufinteresse in der Wallonie könnte laut Expertenmeinung in der anstehenden Neuregelung bei der Registrierung liegen, wo laut Beschluss der neuen Regierung in Namur zum Jahreswechsel der Satz von bisher 12,5 auf dann 3,0 Prozent sinkt - beim Kauf eines Wohnobjektes zur Eigennutzung. Weshalb sich potenzielle Käufer halt einige Monate in Geduld üben - was zwangsläufig auf die statistischen Erhebungen der Fédération des Notaires „drückt“.
Abgesehen von der Provinz Luxemburg, wo der Preis für ein Haus um 3,1 Prozent gesunken ist (wenngleich nach einer mehrjährigen exorbitanten Hausse), haben die Preise andernorts angezogen. So ebenfalls in der Provinz Lüttich, wo in diesem Jahr immerhin ein Durchschnittspreis von 234.581 € aufgerufen wurde (plus 1,1 Prozent).

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